Geschlechtergerechte/-sensible Bildung

„Geschlecht“ ist eine Kategorie, die – bewusst oder unbewusst – so gut wie alle Aspekte unseres Alltags und des gesellschaftlichen Lebens prägt. Insofern spielt sie in Bildungsprozessen immer eine Rolle, egal ob auf sie explizit Bezug genommen wird oder nicht.

Zum Themenfeld „Geschlechterverhältnisse“ gehören für uns verschiedene Bereiche, die sowohl auf persönlicher als auch politischer Ebene bedeutend sind: die Einteilung von Menschen in „Männer“ und „Frauen“ und deren Wirkung auf unsere jeweilige Identität, unseren Alltag sowie unsere Gesellschaft (Schönheitsideale, Rollenverhalten, Sprache und Sprechverhalten, Werte, Berufe, ökonomische Position, Gesundheit, Lebenserwartung etc.). Zentrale Themen, die sich darüber hinaus ergeben sind Liebe, Sexualität und Beziehungen in einer Welt, in der Heterosexualität als Norm angesehen wird.

Wir gehen von einem beweglichen Identitätsbegriff aus und verwenden Bezeichnungen wie „weiblich“, „männlich“, „heterosexuell“, „transgender“ etc. in dem Wissen, dass gelebte Identitäten wandelbar sind. Es ist unserer Ansicht nach notwendig, die Herstellung und Auswirkungen von Geschlechterverhältnissen offen zu legen, um vorgeschriebene Zweigeschlechtlichkeit und Diskriminierung aufbrechen zu können. Wir sehen Geschlechterverhältnisse dabei als eng verflochten mit Rassismus und Klassismus sowie anderen Herrschaftsverhältnissen, die jeweils die Ausprägung und Wirkung von Gender verändern.

Was wollen wir mit Bildungsarbeit zu Geschlechterverhältnissen erreichen?

  • Sensibilisierung für unsere Sozialisation aus Gender-Perspektive
  • Reflektion über geschlechtsspezifische Machtverhältnisse und damit einhergehende Privilegien, Diskriminierungen und Ausgrenzungen
  • Infragestellung und Dekonstruktion der strikten Einteilung in „männlich“ und „weiblich“ sowie von Heteronormativität
  • Akzeptanz einer Geschlechtervielfalt, die Uneindeutigkeiten zulässt
  • Abbau von Geschlechterhierarchien und genderspezifischer Diskriminierung

Es ist uns wichtig, in sämtlichen Bildungsprozessen eine gendersensible Herangehensweise zu verfolgen.