Globalisierung

Wir regen zu einer Auseinandersetzung mit dem abstrakten Begriff und Thema Globalisierung an und ermöglichen dabei eine eingehende Beschäftigung mit den Auswirkungen von Globalisierungsprozessen auf verschiedene Bereiche wie Wirtschaft, Politik, Umwelt, Kultur und soziale Fragen. Dabei werden sowohl die Folgen für unseren Alltag in Deutschland als auch die Auswirkungen von Globalisierungsprozessen für Menschen weltweit thematisiert.

Unser Blick richtet sich auf Prozesse und Strukturen, die sich hinter Schlagwörtern wie „Armut“, „Hunger“ oder „Migration“ verbergen. Dabei ist uns besonders wichtig, gegenwärtige globale Beziehungen und Machtverhältnisse nicht als Naturphänomen darzustellen, sondern ihre historischen Wurzeln in die Analyse einzubinden. So ist beispielsweise für eine Auseinandersetzung mit heutigen Welthandelsstrukturen die Geschichte der kolonialen Ausbeutung, Zerstörung und der damit verbundenen langfristigen Schaffung von Abhängigkeit von zentraler Bedeutung. Diese Perspektive ermöglicht es, Prozesse und Strukturen, die im Zusammenhang mit Globalisierung stehen, sowie deren Auswirkungen als menschengemacht, interessengeleitet und veränderbar zu verstehen.

Mit vielfältigen partizipativen Methoden tasten wir uns gemeinsam mit den Teilnehmenden an die komplexe Thematik heran. So haben sie die Möglichkeit, sich in unterschiedliche Perspektiven hineinzuversetzen wie Regierungsvertreter_in, Unternehmer_in oder politische Aktivist_in, aus globalem Norden und Süden. Gemeinsam diskutieren wir Fragen der Verantwortung und regen durch die Reflexion der eigenen Position in globalen Strukturen dazu an, Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.

Im Themenbereich Globalisierung bieten wir Workshops und Projekttage zu folgenden Schwerpunkten an (Dauer, Inhalte und Methoden können mit uns abgestimmt werden):

  • Globalisierung: Was ist das?
  • Soziale Bewegungen in Nord und Süd
  • Neoliberalismus
  • Welthandel und Fairer Handel / Fairer Handel – eine Alternative?

Ein Beispiel: Globalisierung und Weltwirtschaft

Das Klassenzimmer wird zum Weltmarkt und die Schüler_innen simulieren als Vertreter_innen von sechs Ländern vereinfachte Prozesse des Welthandels. Dabei starten sie beispielsweise als Deutschland, Indien oder Togo mit sehr unterschiedlich verteilten Ressourcen, Produktionsmitteln, Know-How und Kapital. Zusätzlich erleben die Spieler_innen durch Ereignisse wie G8-Treffen, Bürgerkriege und Schuldendienst, dass der Spielverlauf weniger durch persönliches Geschick als durch strukturelle Ungleichheit geprägt wird. In der Auswertung werden Aktionen des Simulationsverlaufs (z.B. Bündnispolitik, Preisschwankungen, …) aufgegriffen, deren Realitätsbezug diskutiert und in Gruppenarbeit auf historische und aktuelle Beispiele übertragen.