glokal e.V. – machtkritische Bildung und Beratung

glokal e.V. ist ein Berliner Verein für machtkritische Bildungsarbeit und Beratung, der seit 2006 in der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung tätig ist. Mit unserer Arbeit möchten wir für globale und innergesellschaftliche Machtverhältnisse sensibilisieren und Menschen dazu befähigen zu deren Abbau beizutragen. Auf dieser Website finden Sie unser bundesweites Beratungs-, Bildungs- und Fortbildungsangebot für Organisationen, Initiativen, Multiplikator_innen, Lehrer_innen, Jugendgruppen und Schulklassen.


Aktuelle Workshops, Seminartermine und Projekte:

glokal e.V. bietet bis Ende Dezember 2017 noch drei offene Tagesworkshops an.

Im Rahmen des Projektes „Postkoloniale Perspektiven auf Entwicklungszusammenarbeit“ bieten wir an:

Workshop: Postkoloniale Perspektive: eine körperliche Erforschung.
24. November 2017, Berlin (11-18:30h)

Rassismus ist ein gesellschaftliches und historisches Phänomen das uns alle auf unterschiedliche Art betrifft und unsere Gegenwart prägt. Ziele und Wirkungen von Rassismus sind Einordnung und Bewertung von Menschen. Unsere Identität wird beeinflußt durch diese Hierarchisierung. Dabei spielt die körperlichen Auswirkungen eine zentrale Rolle. Der Workshop richtet sich an alle Interessierten, die eine Inspiration oder kreative Impulse suchen,
um körperlichen Ausdruck in ihre Bildungsarbeit mit einzubeziehen. Ausführliche Informationen gibt es [hier].

Im Rahmen des Projektes „Verknüpfte Geschichten“ bieten wir an:

Workshop Rassismus in Kolonialismus und Kapitalismus: Verpflechtungen
WS für Interessierte am 23. November 2017 in Berlin-Treptow (Voranmeldung bis 10.11.2017 erforderlich).
Der Workshop richtet sich an alle Menschen, die an kolonialen Brüchen und Kontinuitäten in unserer Gegenwart interessiert sind: Wir beschäftigen uns mit den Verflechtungen von Kapitalismus, Ausbeutung und deren globalen Auswirkungen von der kolonialen Epoche bis in die Gegenwart. Ausführliche Informationen zu Inhalt und Anmeldung gibt es [hier].

Workshop Connecting the dots: Die Zeitstrahlmethode
WS für Multiplikator*innen der machtkritisch-historischen Bildungsarbeit am 15. Dezember 2017 in Berlin-Kreuzberg (Voranmeldung bis 01.12.2017 erforderlich).
Anlässlich der Veröffentlichung von unserer Publikation ‘Connecting the dots‘ am 1. Dezember 2017 und des dazugehörigen E-Learning Tools am 15. Dezember 2017, bieten wir einen Einführungsworkshop in die von glokal entwickelte Zeitstrahlmethode zu den Themen Entwicklung – Kolonialismus – Widerstand an. Ausführliche Informationen zu Inhalt und Anmeldung gibt es [hier].

Verknüpfte Geschichten im Herbst 2017
Wir werden im Winter 2017/2018 die Publikationen unseres Projektes „Verknüpfte Geschichte(n)“ veröffentlichen! Wir arbeiten an dem postkolonial-historischen e-learning-tool connecting- the-dots und einer dazugehörigen Broschüre. Das Projekt baut auf der Zeitstrahl-Methode auf. Hier geht es darum, (Dis)Kontinuitäten zwischen der Kolonialzeit und heute aufzuzeigen im Bezug auf Entwicklungs-/Migrations-//Bevölkerungs-/Arbeitsmarktpolitik sowie auf die historische Entwicklung von Mensch-Natur-Verhältnissen, Gender/Sexualitäten, Herrschaft und Kapitalismus. Anhand von Zitaten aus den vergangenen Jahrhunderten sollen sowohl hegemoniale als auch widerständige Stimmen hervorgehoben und somit zu einer alternativen Geschichtsschreibung beigetragen werden.

(De-)Koloniale Bilderwelten. Beiträge zur Vermeidung von Diskriminierung in der entwicklungspolitischen Spenden- und Öffentlichkeitsarbeit (2015-2016)
Entwicklungspolitische Öffentlichkeitsarbeit und Spendenwerbung prägen das Bild über den Globalen Süden in der deutschen Gesellschaft ungemein. In diesen Feldern wie auch in der aktuelle Darstellung von Geflüchteten in den Medien (z. B. hier) werden „für den guten Zweck“ Bilder verwendet, die u. a. die Menschenwürde der abgebildeten Menschen verletzten. Anknüpfend an die Diskussionen der letzten Jahre wollen wir mit Fortbildungen, Workshops und Runden Tischen eine Möglichkeit bieten sich mit diskrimierungssensibler Darstellung in der Öffentlichkeitsarbeit auseinandernzusetzen und Alternativen zu erproben. Mehr Informationen zu den Fortbildung gibt es hier. Die Veranstaltungen sind Teil des 1,5 jährigen Projektes „(De-)Koloniale Bilderwelten“, das von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) e.V. und glokal e.V. durchgeführt wird. Mehr Informationen zum Projekt finden Sie/findet ihr hier. Aktuelle Termine werden in Kürze hier veröffentlicht.

Willkommen ohne Paternalismus:
Rassismusreproduktion und der Umgang mit Privilegien in der Solidaritätsarbeit mit Geflüchteten
Wir bieten Workshops zum Umgang mit Privilegien und Rassismusreproduktion in der Solidariätsarbeit mit geflüchteten Menschen an. In diesen Workshops geht es um die Auseinandersetzung mit eigenen Rassismen und Privilegien, die die wichtige Unterstützungsarbeit von Geflüchteten beeinflussen. Wir verstehen Rassismus als gesellschaftliches Machtverhältnis, dem alle Menschen ausgesetzt sind, wenn auch mit unterschiedlichen Auswirkungen. Ein erster Schritt in der Auseinandersetzung mit dem Thema ist somit, die eigene Positionierung in Bezug auf Rassismus zu beleuchten. Die Teilnehmenden lernen in diesen Workshops ihre eigenen Privilegien wahrzunehmen, um diese (wenn möglich) besser Teilen zu können. Langfristiges Ziel ist, die Zusammenarbeit mit geflüchteten Menschen gleichberechtigter zu gestalten. Die Teilnehmenden werden gleichzeitig darin unterstützt, der zunehmenden rassistischen Stimmungsmache gegenüber geflüchteten Menschen entschlossen entgegen zu treten. Meldet euch/melden Sie sich bei Interesse gerne per mail bei uns. Mehr Informationen hier.

Kritische Auseinandersetzung mit Incoming-Programmen wie z. B. weltwärts Süd-Nord
Wir bieten Begleitung auf allen Ebenen der Programme an. Gerne unterstützen wir beispielsweise bei der Konzipierung von pädagogischen Begleitprogrammen und stehen auch für Fragen von Empowerment für Süd-Nord Freiwillige zur Verfügung. Meldet euch/melden Sie sich bei Interesse gerne per mail bei uns.

Publikation
Die Spitze des Eisbergs
Spendenwerbung der internationalen Hilfsorganisationen – Kritik und Alternativen

Ausgangspunkt für das Projekt (De-)koloniale Bilderwelten ist die entwicklungspolitische Spendenwerbung, die durch ihre Platzierung im öffentlichen Raum und in den Medien das Bewusstsein der Betrachter_innen prägt. Die Bilderwelten, die die Krisen im Globalen Süden porträtieren, sind geprägt von einer kolonialen Kontinuität. Die Körper von Schwarzen Menschen und Menschen of Color werden in passiven, leidenden, abhängigen Positionen gezeigt und auf diese reduziert.

Aus unterschiedlichen Positionen, Gruppen und Organisationen kamen Anstöße zu einer Auseinandersetzung mit Spendenwerbung und Öffentlichkeitsarbeit von Hilfsorganisationen. Hier stand jedoch erstens Kritik im Vordergrund, zweitens blieb die Diskussion eher szene-intern auf entwicklungspolitische Akteur_innen beschränkt.

Mit dem Projekt (De-)koloniale Bilderwelten wollten wir einen Schritt weitergehen, indem wir die  Künstler_innen Rajkamal Kahlon, Isaiah Lopaz und Lena Ziyal dazu eingeladen haben, alternative Werbeplakate zu entwerfen. Diese wurden auf Plakatwänden an zentralen Plätzen im öffentlichen Raum Berlins gezeigt.

Außer den künstlerischen Beiträgen dieses Projekts versammelt diese Publikation zudem die Stimmen und Gegenentwürfe von Aktivist_innen, Wissenschaftler_innen und Künstler_innen.

Download der e-Publikation hier

Willkommen ohne Paternalismus.
Hilfe und Solidarität in der Unterstützungsarbeit

Titelbild_WillkommenSeit dem sogenannten Sommer der Migration 2015 rücken die Themen Migration und Flucht zunehmend in den Fokus gesamtgesellschaftlicher Aufmerksamkeit. Europaweit gründeten sich viele neue Gruppen, um Menschen auf der Flucht zu unterstützen und ihnen die Aufnahme zu erleichtern. Doch einige Geflüchteten-Selbstorganisationen kritisieren: „Die Hilfe war am Anfang gut. Aber Essen und Kleidung sind nicht genug.“
In der 80-seitigen Publikationen gehen wir aus vielfältigen Perspektiven auf die Phänomene Flucht, Migration, Hilfe und Solidarität ein. glokal e.V. bietet seit Jahren Seminare zu Rassismuskritik, Diskriminierungssensibilisierung und Empowerment an, auch für Geflüchteten-Unterstützungsgruppen. Aus dieser Erfahrung heraus sprechen wir Probleme an, die oft in Unterstützungsgruppen auftauchen und welche Ansätze es zu deren Überwindung gibt. Wir erweitern den thematischen Rahmen, in dem meist über Flucht, Migration, Macht und Rassismus gesprochen wird. Detailliert wird die Selbstorganisation Geflüchteter seit den 1990er Jahren in Deutschland behandelt, in Berichten und Interviews analysieren refugee-Aktivist*innen und andere Menschen mit Fluchterfahrung das Abschottungs- und Lagersystem, sowie Unterstützungsstrukturen.
Abschließend unterstützt eine ausführliche Reflexions- und Praxishilfe die Leser*innen aus Unterstützungsgruppen bei der Analyse und Transformation des eigenen Engagements.

Die Broschüre kann [hier] bei uns bestellt werden.


Das Märchen von der Augenhöhe.

Macht und Solidarität in Nord-Süd-Partnerschaften

maerchenbroschuere_titelblatt-216x300In der Publikation „Das Märchen von der Augenhöhe“ hat glokal e.V. zehn Aktivist*innen, Engagierte und NRO-Mitarbeitetende aus Globalem Süden und Norden zusammengebracht, um unterschiedliche Aspekte der NRO-Strukturen, Schulpartnerschaften, Freiwilligendienste und Solidaritätsarbeit zu beleuchten. Eine theoretischer Einleitung macht den historisch-politischen Rahmen fassbar und eine Reflexions- und Praxishilfe unterstützt bei der Analyse und Transformation des eigenen Engagements der Leser*innen. Mehr

Die Broschüre kann [hier] bei uns bestellt werden.

 


“Mit kolonialen Grüßen …”

In der überarbeiteten Auflage werden die Themen Geschlechterverhältnisse sowie Kapitalismus intensiver behandelt und insgesamt stärker unterschiedliche Herrschaftsverhältnisse und deren Zusammenspiel berücksichtigt. Die Broschüre wurde zudem um ein Kapitel erweitert, welches die Komplexität des Reisens in den Globalen Süden aus einer Perspektive of Color verdeutlicht. Darüber hinaus ist die Broschüre nun mit besser leserlicher Schrift und online als barrierefreies Dokument zugänglich. Die Broschüre zum Download sowie mehr Informationen finden Sie hier.

„Bildung für nachhaltige Ungleichheit?“
Die von glokal durchgeführte Analyse von entwicklungspolitischen Bildungsmaterialien aus den Jahren 2007-2012 kommt zu dem Ergebnis, dass viele dieser Materialien Ungleichheiten eher bestätigen oder gar selbst produzieren – sowohl global als auch in der deutschen Migrations-gesellschaft. Ausführliche Informationen und Downloads sind hier zu finden.