KlimaDeSol – Klima dekolonial und solidarisch – Neue Infos

Liebe Kolleg*innen und Freund*innen von glokal,

wir alle werden gegenwärtig im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Corona – Virus vor viele, notwendige Veränderungen in unserem Alltag, in den Planungen von Aktivitäten und unserer angekündigten Veranstaltungen gestellt. Heute hat sich das gesamte Team von glokal über die notwendigen Schritte, was die timeline unserer Projekte betrifft, beraten.

In Bezug auf die Empowerment – Workshop – Reihe Klima Dekolonial und Solidarisch sind unten neue Detailinformationen veröffentlicht. Die Durchführung wird je nach Absprache mit den Referent*innen auf die Monate Juni, Juli bzw. August verschoben.

Die bundesdeutsche Klimabewegung – so wie wir sie seit vielen Jahren kennen, aber auch neue Bewegungen wie die fridays for future – haben sich als eine weiß-deutsche Bewegungen aufgestellt, in denen weiße Debatten und Deutungshoheiten dominieren, die „unter sich“ bleiben und Kämpfe der BPoC und diasporische Perspektiven und deren Vertreter*innen ausblenden. Ausgeblendet werden aber nicht nur BPoC, diasporische Gruppen und deren Realitäten, sondern (wieder) wird nur ein Teil der Geschichte erzählt.

Klima dekolonial und solidarisch (KlimaDeSol) heißt das neue Projekt von glokal e.V., das in diesem Jahr 2020 begonnen hat.
Unser Ziel ist es, der Berliner Klimabewegung Anstöße für eine demokratische, dekoloniale und solidarische Bewegung für Klimagerechtigkeit zu geben.

1. Wir wenden uns zum einen an weiß positionierte Akteur*innen in der Klimabewegung mit Seminaren zu machtkritischen Fragestellungen: (2020 und 2021)

  • Wie schaffen wir gemeinsam Voraussetzungen um eine weiß – dominierte Klimabewegung in eine machtkritische Bewegung für Klimagerechtigkeit zu verwandeln?
  • Welche Schritte braucht das?
  • Wo sind die Chancen für eine Solidarisierung?
  • Welche Folgen hat das Ausblenden der Black- und of-Color-Aktivist*innen für die gesamte Bewegung?

Und 2. Wenden wir uns an BPoC und diasporische Aktivist*innen (insbesondere aus dem Süden) mit empowernden, kreativen und künstlerischen Workshops, in denen der Beitrag der Aktivist*innen im Süden gewürdigt und ins Alltagsbewusstsein getragen werden soll.

Und für alle, die mehr über den Zusammenhang zwischen kolonial geprägter Ungleichheit, mit Machtkritik, Dominanz und alternativen gesellschaftlichen und nachhaltigen Modellen erfahren wollen bzw. den Austausch dazu suchen, werden wir in diesem Jahr Symposien, Fachkreise und andere Foren anbieten.
Zentral wird der Blick darauf gelenkt, was aus der dominanten Narrative „ausgeschnitten“ wird.

  • Unter welchen Bedingungen finden die Kämpfe um Klimagerechtigkeit im Süden statt?
  • Was heißt es, im Süden Klimaaktivistin zu sein?
  • Wer genau sind sie?
  • Wie ist der Süden genau vom Klimawandel betroffen und warum?
  • Was war und ist der Beitrag des Südens zur Dramatik der Erderwärmung?
  • Wo liegen die Wurzeln der Widerstände gegen Erderwärmung und Klimawandel?

Empowerment – Workshop – Reihe 2020

Ziel ist, die Teilnehmer*innen zu empowern und eine Narrative zu stärken, die unsere konkreten Lebensbedingungen und schon geleisteten Beiträge ins Zentrum stellt.

Die (vier tägige) Workshop – Reihe betrachtet das bisher weiß – elitär und westlich dominierte Konzept von Klima dekolonial, ganzheitlich und intersektional. Mit dekolonial ist die konsequente rassismuskritische und machtkritische Narrative des kolonial – historischen Umgangs mit dem Planeten bis in unsere Gegenwart aus der Perspektive von widerständigen Menschen des Globalen Südens und von BIPoC, diasporischen und migrantischen Aktiven im globalen Norden gemeint.

Im ersten Workshop werden die Kämpfe, die Biografien und Wurzeln von im Globalen Norden lebenden BiPoC wertschätzend dargestellt. Die im Globalen Süden geführten Kämpfe sollen in unser Alltagsbewusstsein eingebunden und die Zusammenhänge zwischen Zerstörung der Lebensgrundlagen im Globalen Süden durch den globalen norden anhand von Recherchen, Publikationen und Theorien kritisch erfasst werden.

Im zweiten und dritten Workshop werden mit die Teilnehmer*innen mit künstlerischen Methoden von Aktionen, Installationen oder Präsentationen im öffentlichen und urbanen Raum vertraut gemacht. Aufbauend darauf werden konkrete Aktionen zum Thema Klima dekolonial und solidarisch / Klimagerechtigkeit visualisiert und geplant. Die Künstlerinnen Yili Rojas und Paola Reyes werden diesen Prozess unterstützen und begleiten.

Der 4. Workshop – Tag ist als Aktionstag vorgesehen.

Ein von den Teilnehmer*innen ausgewähltes Beispiel wird im Berliner öffentlichen Raum (Strasse oder Platz, Park oder Wald, vor Gebäuden usw.) installiert bzw. aufgeführt. Digitale Medien werden den Wirkungsraum der Aktion oder Installation unterstützen und erweitern.

Die künstlerisch – inhaltliche Workshop – Reihe ist als safer space für BiPoC gedacht sowie für Vertreter*innen der diversen Diasporen und migrantischen Communities.

Es wird eine verbindliche Teilnahme an allen vier Workshop – Tagen erwartet.

Alle Workshop – Tage finden von 10 bis 15 Uhr statt.

Da nur eine beschränkte Teilnehmer*innenzahl angeboten werden kann, ist eine Anmeldung erforderlich.

Anmeldung bitte nur über diese Mailadresse: muriel[at]glokal.org

Koordination: Lucía Muriel, glokal

Ort: wird bei gegebener Klärung der neuen Termine bekannt gegeben.

Das Projekt wird gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ sowie der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit Berlin.