WirStimmen! Für widerständige Alternativen zum Entwicklungsmythos

Die dekoloniale Ausstellung “WirStimmen! Für widerständige Alternativen zum Entwicklungsmythos” wird vom 1-28. November 2019 im August-Bebel-Institut in Berlin-Wedding zu sehen sein (Müllerstraße 163, 13353 Berlin).

Ziel der Ausstellung ist es, die Verflechtung historisch gewachsener, postkolonialer Macht- und Herrschaftsverhältnisse aufzuzeigen, sowie Netzwerke und Akteure des Widerstandes vorzustellen. Der Schwerpunkt liegt darauf, Geschichten ausfindig zu machen, die überschrieben, verschwiegen, vergessen oder marginalisiert wurden (zum Beispiel antikolonialer Widerstand). Verdeutlicht wird dies vor allem anhand von Video- und Audiomaterial von insgesamt acht Interviews mit Aktivist*innen aus dem Globalen Süden und Norden. Ihre widerständigen, kreativen und empowernden Strategien sowie weitere Beispiele globaler, sozialer Bewegungen sollen die Besucherinnen dazu anregen, nachzudenken und selbst aktiv zu werden. Die Aussagen der Aktivist*innen wurden in 4 Schwerpunkte an jeweils vier Stationen unterteilt. Die erste Station MYTHOS ENTWICKLUNG vertieft die Ursachen und die ideologischen Grundlagen der Idee von globaler Entwicklung, die das Leben auf unserem Planeten bestimmt. Deren Auswirkungen in Form von Ausbeutung, Rassismus, Zerstörung, Dominanz sowie Raub von Land und Boden werden in der zweiten Station ENTWICKLUNG HERRSCHAFT illustriert. Seit Beginn der Vorherrschaft der »Entwickelten« haben sich Menschen ihr widersetzt. Thema der dritten Station: WIDERSTAND. Nicht nur der Widerstand gegen die Verhältnisse, auch der Traum von einem besseren Leben auf unserem Planeten ist ungebrochen. An der vierten Station erfahren wir, wie BEFREIUNG aussehen und konkret verwirklicht werden kann.

Ausstellung: 1. November bis 28. November 2019
Öffnungszeiten: Di–Do, 14–18 Uhr, auf Anfrage sowie zu den Abendterminen am 01., 07. 14. und 28. November 2019

Begleitveranstaltungen:

Fr 01. November, 19–21 Uhr | Vernissage
Zur Eröffnung der Ausstellung werden einige der für die Ausstellung interviewten Aktivist*innen ihre Perspektiven und Erfahrungen zum Thema Entwicklung und Dekolonisierung darstellen. Anhand konkreter Beispiele lernen wir sehr unterschiedliche widerständige Praktiken kennen. Die Performerin und Künstlerin Yili Rojas präsentiert ihre Installation »K«, in der sie sich mit den Auswirkungen von 500 Jahren Kolonialisierung auseinandersetzt.
Mit: Doğan Akhanlı und Lucia Muriel (glokal e.V.), Tahir Della (Promotor für Dekolonisierung), Yili Rojas (Künstlerin), Israel Kaunatjike (Bündnis Völkermord verjährt nicht), Safter Çınar (Gewerkschafter) und Aki Krishnamurthy (Theater- und Tanzpädagogin).

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Do 07. November, 19–21 Uhr | Filmvorführung und Gespräch
»Namibia: Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft«
Viele wissen nicht, dass der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts an den Hereros und Namas durch deutsche Kolonisten in Namibia begangen wurde. Die Filmemacherin Nadia Alazaar spricht mit Israel Kaunatjike über die historische Bedeutung der Forderungen nach Reparationsleistungen für den Völkermord deutscher Kolonisten in Namibia.
Mit: Nadja Ofuatey-Alazard (Filmemacherin) und Israel Kaunatjike (Bündnis Völkermord verjährt nicht), Doğan Akhanlı (glokal e.V.), Tahir Della (Promotor für Dekolonisierung)

Do 14. November, 19–21 Uhr | Diskussion
»Wem gehört die Welt heute? Über das Menschenrecht auf Mobilität«
In der Diskussion geht es um Migration und Flucht, Selbstorganisierung und Teilhabe, vorgestellt werden Initiativen und Projekte. Moderiert wird die Diskussion von Adam Baher (glokal e.V.), der sein Rollenspiel zu Flucht und Migration vorstellt (in Kooperation mit solar e.V.). Das lateinamerikanische Frauennetzwerk (angefragt) stellt ihre Initiative »Ni una menos« (Nicht eine weniger) vor und Jennifer Kamau von der Selbsthilfeinitiative International Women Space stellt das Buch: »Eure Heimat ist unser Albtraum« vor.

Do 28. November, 19–21 Uhr | Finissage
Der Schriftsteller Doğan Akhanlı (glokal e.V.) resümiert den Stellenwert der kritischen Auseinandersetzung mit dem Mythos Entwicklung und mit Schlussfolgerungen für das tägliche politische Handeln.
Murat Akan (angefragt) und Fernanda Oliveira de Souza (Projektleiterin von „Dekolonial“ im Allerweltshaus Köln) kommentieren die Ausstellung aus der Publikumsperspektive. Anhand hegemonialer und widerständiger Zitate aus dem eLearning Tool: »Connecting the dots« werden dekoloniale Statements mit musikalischer Begleitung von Rosa Shakur (Vocals/Querflöte, Schlagzeug, Piano) vorgetragen. Mit: Doğan Akhanlı (glokal e.V.), Murat Akan (Topographie des Terrors), Fernanda Oliveira de Souza (Allerweltshaus Köln) .

Die Ausstellung findet im Rahmen des Projektes connecting the dots statt! Gefördert durch Engagement Global mit finanzieller Unterstützung des BMZ und aus Haushaltsmitteln des Landes Berlin –  Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit.

 

Unterstützt durch den Promotor für Postkolonialismus und Antirassismus Tahir Della im Berliner Promotor*innenprogramm.