Nach unser Kritik an „Radi-Aid“ haben sich auch zwei Wissenschaftler vom Norwegian Institute for International Affairs zu Wort gemeldet. Sie kritisieren die Vernachlässigung zentraler entwicklungspolitischer Prinzipien wie „gute Regierungsführung“, „Ownership“, „Effektivität“ und „ganzheitlicher Ansatz“. Ihre detaillierte Analyse ist hier zu finden.
Archiv des Autors: glokal
Pressemitteilung der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V. vom 06.12.2012
Indizien fűr Mordthese verdichten sich, das Gericht lehnt entsprechende Beweisanträge ab und drängt auf ein schnelles Ende des Verfahrens – In Sachsen-Anhalt wird offensichtlich ein Mord vertuscht!
Die Beweise, die fűr die Ermordung von Oury Jalloh sprechen, verdichten sich immer weiter. Die Nebenklagevertretung stellte deshalb am Dienstag einen Eilantrag mit der dringenden Forderung, ein ergänzendes Brandgutachten einzuholen. Die Kammer lehnt dies sichtlich genervt ab und drängt Oberstaatsanwalt Christian Preissner dazu, sein Plädoyer zu halten. Dieser fordert 90 Tagessätze a 70 € fűr Andreas Schubert, weil er sich der fahrlässigen Tőtung durch Unterlassung schuldig gemacht hat.
Nebenklagevertretung spricht nun auch von Tőtung Oury Jallohs durch Dritte
Die Kammer mőchte das seit Januar 2011 andauernde Revisionsverfahren mit aller Entschlossenheit in den nächsten Prozesstagen zu Ende bringen. Indes fűhrte die Nebenklagevertreterin Gabriele Heinecke in ihrem Beweisantrag eine Reihe von Indizien an, welche die Anwälte in Vertretung der Familie nun dazu veranlasst haben, offen von einer Ermordung von Oury Jalloh zu sprechen. Heinecke forderte unter anderem ein ergänzendes Brandgutachten einzuholen, um alle Widersprűche hinsichtlich der Brandentstehung zu klären.
Die komplette Pressemitteilung könnt ihr hier lesen.
Geschichtsverdrehung
Vor kurzem waren wir in München für einen Workshop und sind auf das Völkerkundemuseum aufmerksam gemacht worden. Das Museum feiert in diesem Jahr 150. Geburtstag und tritt dazu mit einem neuen Slogan an die Öffentlichkeit „Weltoffen seit 1862„. Angesichts der engen Verflechtung von Ethnolog_innen mit kolonialer Eroberung und Ausbeutung als auch mit der Rassenlehre ist solch ein Slogan mehr als zynisch. Während sich die meisten ethnologische Museen weigern sogenannte Sammlungsstücke in ihre Herkunftsländer zurückzugeben, feiert das Münchner Völkerkundemuseum seinen Geburtstag mit einer Ausstellung „Netzwerk Exotik„. Der elementare Zusammenhang zwischen Rassismus und Exotisierung wird nicht nur ignoriert. Durch den Weltoffenheits-Slogan betreibt das Völkerkundemuseum eine aktive Geschichtsumschreibung und ent-nennt das eigene Verstricktsein in gewaltvolle Geschichte.
Eine Woche später in Göttingen sind wir am Institut für Zoologie und Anthropologie vorbeigekommen. Hier ist die ethnologische Nähe zu biologistischen Vorstellungen sogar im Namen verankert.
International Migrants‘ Court
In der letzten Novemberwoche fand auf den Philippinen der erste „International Migrants‘ Court“ getagt. Das Gericht hat 37 Staaten, inklusive Deutschland, wegen moderner Sklaverei schuldig gesprochen. Mehr Infos zum Urteil gibt es hier.
Aus Deutschland war Rex Osa von The Voice anwesend und hat eine ausführliche Zeugenaussage vorgetragen.
Weihnachtsmarathon in der Spendenwerbung
Berlin und andere Städte hängen vor Weihnachten wieder voll mit neuen Werbekampagnen entwicklungspolitischer NGO. Auch wenn es neue Bilder sind, die Botschaften sind dieselben geblieben: Wenn wir hier im Globalen Norden nicht aktiv werden, verhungern und verdursten Menschen im Globalen Süden. Und uns wird es immer einfacher gemacht unser Gewissen zu beruhigen: wir müssen nur noch „handeln“ per sms an eine Nummer von terre des hommes schicken oder in eine leckere UNESCO-Pizza beißen und schon „befreien“ wir Kinder aus Arbeit und Not. Patenschaften dürfen wir natürlich weiter übernehmen, obwohl das Konzept von Paternalismus generierenden Patenschaftsprogrammen selbst innerhalb der entwicklungspolitischen Szene seit Jahren heftig kritisiert wird.
RADI-AID: Africa for Norway – The Way to Go?
Seit einigen Wochen findet die Aktion „RADI-AID: Africa for Norway“ und das dazugehörige Video in Deutschland und international weite Verbreitung. Unzählige Medien aus aller Frauen Länder berichten darüber und auf facebook hat RADI-AID mittlerweile über 10.000 Hits und um die 2.500 „likes“. Vor ein paar Tagen hat auch der Moderator bei einer Veranstaltung mit dem postkolonialen Theoretiker Achille Mbembe zu „afrikanischer Protestkultur und revolutionären Ermächtigungen“ im Haus der Kulturen der Welt positiv darauf Bezug genommen. Uns erreichten aus allen möglichen Ecken E-Mails mit dem Hinweis auf die Webseite „Africa for Norway“ bzw. mit dem Link zum Video auf Youtube. Irgendwie finden alle die Aktion cool. Auch wir freuten uns zum Teil einen Kullerkeks, irgendwie gab es aber auch ein gewisses Unwohlsein. Dann haben wir den Text des Liedes mal genauer unter die Lupe genommen und uns informiert, wer hinter RADI-AID steckt und was Sinn und Zweck der ganzen Angelegenheit sein soll. Das Folgende ist dabei raus gekommen, es ist also immer wieder gut, dem Bauch zu vertrauen. Doch lest selbst …
it’s hard to see…
RACISM WHEN YOU’RE WHITE. Hier ist eine sehr umfassende Sammlung von Texten und anderen netten Kleinigkeiten (wie beispielsweise das Gringo) zu finden, in denen sich mit Themen wie Weißen Privilegien oder der Frage danach, ob Rassismus umkehrbar ist beschäftigt wird. Nicht zuletzt finden sich auch Hinweise, was gegen all das helfen könnte. Thanks for collecting and sharing!
Stoppt Racial Profiling! Eine Kampagne des ISD
Die „Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V.“ (ISD e.V.) und Weitere treten behördlichem Rassismus entgegen.
*Racial Profiling ermöglicht der Polizei, Menschen nur aufgrund von Äußerlichkeiten wie der Hautfarbe zu kontrollieren und gegebenenfalls auch zu durchsuchen und abzuführen.*
Seit dem 20. November ist es für vier Wochen möglich, unsere Petition gegen die diskriminierende Behandlung durch die Bundespolizei zu unterschreiben. Wenn wir die Grenze von 50.000 Unterschriften erreichen, können wir unser Anliegen dem Bundestag persönlich vortragen.
*Bitte unterstützt unsere Initiative für die Gleichstellung aller Menschen in Deutschland!*
*Hier geht es zur Petition bei Bundestag.de:*
*https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2012/_11/_07/Petition_37656.nc.html*
How To Be A Reverse-Racist
Kleine Anleitung, um das Unmögliche endlich möglich zu machen: How to be a reverse-racist