Archiv der Kategorie: Unkategorisiert

30 Jahre ISD

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) wird 30 Jahre alt. Wir gratulieren herzlich und freuen uns auf spannende Veranstaltungen angesichts des Jubiläums.

Aus der Ankündigung:

„30ig Jahre ISD heißt drei Jahrzehnte, in denen die Interessen und politischen Anliegen Schwarzer Menschen in Deutschland vertreten und sichtbar gemacht wurden. Anlässlich dieses Jubiläums fließen in den Gründerstädten des Vereins Frankfurt/Wiesbaden die Ergebnisse und Schnittstellen zwischen Empowerment-, Bildungs- und Informationsarbeit in einem Rahmenprogramm zusammen.  Indem Schwarze Menschen aus ihrer eigenen Perspektive ihre Lebensrealität und Geschichte durch gegenwartsbezogenere Arbeiten sichtbar machen, wird ihr Recht auf Teilhabe und Partizipation in Deutschland zur gelebten Realität.“

Tribunal statt Heiligsprechung

Tribunal Junipero Serra 091215Die Heiligsprechung des Missionars Junípero Serra durch Papst Franziskus in dieser Woche hat die Diskussion um den Zusammenhang zwischen Mission und Kolonialismus einmal wieder in die Weltöffentlichkeit gebracht. Schon im Vorhinein gab es viel Protest von Native American Organisationen und Aktivist*innen. Das American Indian Movement (AIM) in Kalifornien hat in Los Angeles ein Tribunal für Serra veranstaltet, in dem er u.a. für Versklavung, Folter und Beteiligung am Völkermord verurteilt wurde. Der Walk of Anchestors rief nach einem 650 Meilen langen Pilgerweg in Gedenken an die Opfer der Missionierung  am Tag der Heiligsprechung einen „Day of Mourning“ aus. Eine Initiative um Norma Flores versuchte per Petition die Heiligsprechung zu verhindern. Ein Interview mit Flores findet sich hier.

Für alle Interessierten an dem Zusammenhang zwischen Mission und Kolonialismus, sei der Film Das Koloniale Missverständnis von Jean-Marie Teno empfohlen.

Nachtrag: Und hier noch der Hinweis auf einen ausführlichen Hintergrundartikel von Indiancountrytodaymedianetwork.

Post für den Klett-Verlag zum neuen Schuljahr

Gestern haben wir dem Klett-Verlag unseren Offenen Brief zur Einstellung der I***-Hefte geschickt. Über 200 Unterzeichner*innen aus Schule, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft aus dem In- und Ausland haben unsere Forderungen unterschrieben und wenden sich gegen die diskriminierende und stereotype Darstellung von Native Americans in denen vom Klett Verlag herausgegebenen „Meine Indianerhefte“. Auf unserem Online Portal mangoes&bullets haben wir dazu eine Reihe weiterführender Materialien und Hintergrundliteratur zusammengestellt.

Über Entschuldigungen…

Die entwicklungspolitische Szene in Deutschland setzt sich in den letzten zehn Jahren vermehrt mit Rassismus auseinander. In diesen Prozessen spielt die Zusammenarbeit zwischen weißen Organisationen und People of Color sowie migrantisch-diasporischen Organisationen oft eine wichtige Rolle. In dieser, oft auch nur punktuellen Zusammenarbeit, ist es in den letzten Jahren immer wieder zu größeren und kleineren Rassismusreproduktionen gekommen. Die meisten Vorfälle und Konflikte erreichen nicht die Öffentlichkeit und versanden leider häufig ungelöst im Alltag der (meist weiß bleibenden) Organisationen.

Ein Fall, der größere Wellen schlug, war die Beendigung des Projektes „move global/glokal“ durch das Eine-Welt Netzwerk (EWNW) 2010/2011 in Hamburg mit der Abwicklung des Teams (2010) sowie der anschließenden Kündigung des Projektleiters (2011). Die AG Sporen Lobal (Hinweis Juni 2016: Der Blog der AG Sporen Lobal ist inzwischen offline. Die Dokumentation geht weiter auf der Seite von MEPa Nord.) schaffte über ihren Blog größtmögliche Transparenz über den weiteren Umgang mit dem Konflikt innerhalb des EWNWs, zeigte, dass der Fall nicht vergessen war und übte Druck auf den Verein aus, nicht noch mehr Gras über die Sache wachsen zu lassen. Siehe dazu auch unseren Beitrag von 2013.

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Umfrage zum Thema „Diskriminierung in Deutschland“

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland und verschiedene NGO’s der Schwarzen/PoC Community und NGO’s

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, sehr geehrte Interessierte,

am 1. September startet die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) die bisher größte Umfrage zum Thema „Diskriminierung in Deutschland“.

Bis zum 30. November können sich alle in Deutschland lebenden Menschen ab 14 Jahren zu ihren selbst erlebten oder beobachteten Diskriminierungserfahrungen äußern. Diese Umfrage, die wir gemeinsam mit dem Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung durchführen, soll Diskriminierungen sichtbar machen. Wir wollen auch wissen, welche Auswirkungen Diskriminierungen auf Menschen haben und wie sie damit umgehen. Die Ergebnisse der Umfrage und Handlungsempfehlungen wird die Antidiskriminierungsstelle dem Deutschen Bundestag vorlegen.

Um eine möglichst große Beteiligung an der Umfrage zu erreichen und eine breite Öffentlichkeit für das Thema Diskriminierung zu sensibilisieren, brauchen wir Ihre Unterstützung.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie über Ihre Netzwerke, Ihre Webseite, Ihre Publikationen und Newsletter sowie im Rahmen Ihrer Veranstaltungen auf die Umfrage aufmerksam machen.

Angefügt finden Sie das Banner zur Umfrage in 3 Formaten. Dieses können Sie auf Ihre Webseite und Social-Media-Seiten stellen und mit der URL www.umfrage-diskriminierung.de verlinken.

Unter dieser URL finden Sie alle Informationen zur Umfrage und ab dem 1. September 2015 auch den direkten Link zum Fragebogen.  Diesen wird es online auch in Leichter Sprache geben.

Als Druckmaterialien haben wir Flyer, Postkarten, Aufkleber, Plakate in DIN A2 und selbstverständlich den Fragebogen. Diese Materialien können Sie kostenlos bei der Antidiskriminierungsstelle bestellen. Hier finden Sie den Flyer -> Flyer_DINlang_09_06

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Umbenennung der „Mohrenstraße“ in Berlin Mitte

Presseeinladung für Sonntag, 23. August 2015 um 16 Uhr

Umbenennung der „Mohrenstraße“ in Berlin Mitte

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen im Berliner Stadtbezirk Mitte über die von afrikanischen, Schwarzen und solidarischen Organisationen geforderte Dekolonisierung des öffentlichen Raums lädt das NGO-Bündnis „Decolonize Mitte“ für den 23.8. um 16 Uhr zur (symbolischen) Umbenennung der M-Straße mit ihrer diskriminierenden Fremdbezeichnung für Schwarze Menschen ein.

Die Presseaktion erfolgt im Rahmen des „Umbenennungsfestes“ für die Straße, das am 23.8.2015 von 14-20 Uhr am gleichnamigen Berliner U-Bahnhof stattfinden wird.

Die Veranstaltung mit zahlreichen Redebeiträgen (u.a. vom Zentralrat der Afrikanischen Gemeinde, vom Afrika-Rat Berlin-Brandenburg und von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland), Spoken Word Art (Stefanie-Lahya Aukongo) und Musik (Carmel Zoum, DJ Zhao, YANSN u.v.m.), findet anlässlich des Internationalen Tages zum Gedenken an den Versklavungshandel und seine Abschaffung statt.

Mit der Veranstaltung erinnert das Bündnis an Berlins direkte Beteiligung am transatlantischen Versklavungshandel im späten 17. Jahrhundert, auf die auch der rassistische Straßenname zurückgeht.

Die Vereinten Nationen, die kürzlich die Dekade der Menschen afrikanischer Herkunft ausgerufen haben, wählten den Gedenktag in Würdigung des revolutionären Befreiungskampfes der versklavten Schwarzen Bevölkerung von Santo Domingo, der am 23. August 1791 begann.

Im Sinne dieser UN-Aktivitäten fordert das Bündnis „Decolonize Mitte“ den Stadtbezirk nachdrücklich dazu auf, den beleidigenden Straßennamen endlich aus dem Stadtbild zu entfernen, den kolonialhistorischen Kontext vor Ort kritisch zu thematisieren und in Berlins Mitte eine Persönlichkeit afrikanischer Herkunft zu ehren.

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Als neuen Namengeber schlägt das Bündnis Nelson Mandela oder Anton Wilhelm Amo (1703-ca. 1753) – den als Kind versklavten, ersten Akademiker afrikanischer Herkunft in Preußen und Streiter für die Rechte Schwarzer Menschen in Europa – vor.

Für den anstehenden Prozess der Umbenennung und Aufklärung der Berliner Bevölkerung bietet das Bündnis seine Unterstützung an.

Kontakt: Tahir Della, 0152 5421 7327, tahirdella(at)isdonline.de &

Christian Kopp, 0179 9100 976, buero(at)berlin-postkolonial.de

Aufruf zur Beteiligung: Projekt PEACE-Int für den Aufbau eines starken und kritische Netzwerks in Afrika

Peer Exchange of African Communities for Empowerment (P.E.A.C.E) is a network and platform for peer exchange of scientific, academic and societal issues concerning Africans aimed at empowering, giving back to the Community (GiBaCo) and fighting „Brain Drain“ in our African Communities. Part of the challenge is also to train Community members on how to document and analyse the impacts of their engagement. Siehe dazu dieses Video und vor allem den Aufruf zur Beteiligung hier.

VertreterIinnen von Herero und Nama besuchen Berlin

Nach der Armenien-Debatte fordern Zivilgesellschaft und Opposition die Anerkennung des 1904-08 von der deutschen „Schutztruppe“ begangenen Völkermords im heutigen Namibia. In Berlin werden führende Herero und Nama für die Übergabe eines Appels, öffentliche Gedenkveranstaltungen und Diskussionsrunden erwartet. Weiterlesen