Archiv der Kategorie: Unkategorisiert

Antiromaismus. Rassismus, Exotismus und deutsche Geschichte in der Gegenwart

Seit einigen Tagen gibt es auf der Berliner reflect-Mailing-Liste eine Debatte zu Antiromaismus und Rassismus insgesamt. Eine von Antiromaismus negativ betroffene Person hatte die Mail einer Weißen Person kritisiert, deren Benutzernamen „gypsy“ beinhaltete und die davon handelte, sich „nach dem vielen rumzigeunern“ in Berlin niederlassen zu wollen. Auf Rückfrage schrieb sie, dass sie das Recht hätte, damit positiv ihr Lebensgefühl zu beschreiben. Der Person, die das als rassistisch problematisierte, wurde mit massiven Angriffen begegnet (im Sinne von „entspann dich mal“, „Weiße werden auch diskriminiert“, „wissenschaftlich betrachtet stellt sich das ganz anders dar“, „wenn du so reagierst, kann man dich ja nicht ernst nehmen“ etc., d.h. klassische, in fast jedem Buch zu Rassismus nachschlagbare Abwehrreaktionen). Den Austausch in Form von mehr als 100 E-Mails können wir hier nicht nacherzählen, aber wir bloggen hier in leicht veränderter Form die E-Mail eines Mitglieds von glokal, die auf einige Mails Bezug nimmt. Damit ist, so hoffen wir, auch ohne genaues Wissen um die vorangegangenen Mails etwas anzufangen. Weiterlesen

Appell „Völkermord ist Völkermord!“

Nach Deutschlands Drängen auf Anerkennung des Genozids an der armenischen Bevölkerung durch die Türkei fordern zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auch von Deutschland eine offizielle Anerkennung und Entschuldigung für den Völkermord an den OvaHerero und Nama 1904-08 im heutigen Namibia.

Anlässlich des 100. Jahrestages des Endes der Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“ am 9. Juli 2015 sind über 150 namhafte Vertreter*innen aus Politik und Wissenschaft, Kirchen und Kultur, aus der Black Community und den NROs mit dem gemeinsamen Appell „Völkermord ist Völkermord!“ an die Öffentlichkeit getreten.

Der Appell kann hier unterzeichnet werden und auf der Kampagnenwebseite gibt es mehr Informationen.

Nicht-Fest für das Berliner Schloss/Humboldt-Forum

NICHTfest für das Berliner Schloss/Humboldt-Forum am 11./12.6.2015

Einladung des Kampagnenbündnises No Humboldt 21!

Während den Einen alles geraubt wurde, präsentieren die Anderen die Schätze der Welt.
Während die Einen noch immer auf eine Entschuldigung für Deutschlands ersten Genozid warten, bauen die Anderen den Palast preußischer Sklavenhändler und Völkermörder wieder auf.
Während an den Gebeinen der Einen bis heute geforscht wird, ehren die Anderen den Grabräuber Humboldt und preisen die europäische Aufklärung, Wissenschaft und Humanität.
Während die Einen im Mittelmeer sterben, laden die Anderen die ganze Welt zu sich ins Schloss.

Donnerstag, 11.6. um 22:30 Uhr
Schinkelplatz am Berliner Schloss/Humboldt-Forum
Remember Resistance!
Event unterstützt von transparent-lichtdesign / Ingo Stahl-Blood

Freitag, 12.6. von 11 bis 15:30 Uhr
Lustgarten am Berliner Schloss/Humboldt-Forum
„SIE feiern in Weiß, WIR trauern in Schwarz“
Protestkundgebung mit Reden, Dichtung, Spoken Word Art und Gesang

Kontakt: Tahir Della | 015254217327 | tahirdella@isdonline.de
Christian Kopp | 1799 100976 | buero@berlin-postkolonial.de
Fb: https://www.facebook.com/events/426502900860921/

Kritische Aktionär/innen bei der BAYER-Jahresversammlung

Vorgestern intervenierten unterschiedliche Gruppen und Einzelpersonen bei der Aktionärsversammlung von BAYER (dem „wertvollsten“ deutschen Unternehmen) in Köln. Auf der Seite der Coordination gegen BAYER-Gefahren finden sich einige Reden, so auch die u.a. im Namen von glokal e.V. gehaltenen zu „Profit im Windschatten eines bevölkerungspolitischen Revivals in der internationalen Entwicklungspolitik“ und zu „Hormonimplantate und zweierlei Maß auf dem globalen Verhütungsmarkt„.

Das Verhütungsimplantat Jadelle von Bayer HealthCare – Protest gegen bevölkerungspolitisch motivierte Vermarktungsoffensive

Anlässlich der morgigen Aktionärs-Hauptversammlung von Bayer protestiert glokal e.V. zusammen mit dem Gen-ethischen Netzwerk e.V., der BUKO Pharma-Kampagne sowie dem Fachgebiet Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien der Universität Kassel gegen die weltweite Vermarktungsoffensive des Konzerns mit dem Hormonimplantat Jadelle.

Pressemitteilung

des Gen-ethischen Netzwerk e.V., glokal e.V., der BUKO Pharma-Kampagne sowie des Fachgebiets Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien der Universität Kassel

Das Verhütungsimplantat Jadelle von Bayer HealthCare: Protest gegen bevölkerungspolitisch motivierte Vermarktungsoffensive

Köln, 27.5.2015: Anlässlich der Aktionärs-Hauptversammlung von Bayer protestieren Nichtregierungsorganisationen und ein Kasseler Hochschulfachgebiet gegen die weltweite Vermarktungsoffensive des Konzerns mit dem Hormonimplantat Jadelle. Die Organisationen, die mit eigenen Redebeiträgen auf der Hauptversammlung präsent sein werden, kritisieren häufige Nebenwirkungen und eine Unterordnung reproduktiver Gesundheitsbelange unter bevölkerungspolitische Ziele. Sie fordern einen Stopp der Vermarktung von Jadelle im Rahmen bevölkerungspolitischer Programme. Weiterlesen

Rassismuskritischer Leitfaden erschienen

Initiiert durch das IMAFREDU Forschungsprojekt von Dr. Elina Marmer, hat im vergangenen Jahr ein Autor*innenkollektiv, u.a. unter Mitwirkung von glokal, einen „Rassismuskritischen Leitfaden zur Reflexion bestehender und Erstellung neuer didaktischer Lehr- und Lernmaterialien für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zu Schwarzsein, Afrika und afrikanischer Diaspora“ erarbeitet. Er ist nun digital und demnächst auch als Printausgabe verfügbar.

Die Dringlichkeit einer rassismuskritischen Überarbeitung von schulischen Bildungsmaterialien wurde in einer im März veröffentlichten Schulbuchstudie Migration und Integration der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz. Die Studie zeigt in vielen Bereichen großen Nachholbedarf in der Erstellung von Schulbüchern auf. so z.B. in der Darstellung und Ansprache der deutschen Migrationsgesellschaft:

„So lautet ein zentrales Ergebnis, dass in den analysierten Schulbüchern Migration vorrangig als konfliktträchtig sowie krisenhaft problematisiert wird. Der Ansatz, migrationsbedingte Vielfalt als Normalität darzustellen, findet sich selten.“ Weiterlesen

Petition concerning Hereros‘ & Namas‘ Genocide Reparations from Germany

Today, activists are delivering a petition to Germany Embassies and General-Consulates all over the world to support the just quest by Herero representatives for reparations from Germany for the German colonial genocide. In Berlin, the petition is handed over by the NGO alliance
„Völkermord verjährt nicht!“ (see the press release). On this occasion, the German-Namibian website www.genocide-namibia.net is launched.

My Right Is Your Right! Demo am 21.03.2015

„Eine andere Asylpolitik in Deutschland und der EU ist möglich, wenn wir sie gemeinsam einfordern und die Veränderungen selbst in die Hand nehmen.“ Aus dem Manifest des Netzwerkes My Right Is Your Right, das am Globalen Tag gegen Rassismus (21.03.2015) eine Großdemonstration veranstaltet. Los geht es um 13 Uhr am Spreewaldplatz. Infomaterial sowie mehr Informationen gibt es hier.

Neuerscheinung: Eine Geschichte in weltbürgerlicher Absicht? Postkoloniale Perspektiven auf „weltwärts“

Durch den weltwärts-Freiwilligendienst soll es ermöglicht werden, einen „persönlichen
Beitrag zu einer gerechten Welt“ zu leisten. Doch welche Vorstellungen gehen mit
diesem Dienst einher, der sich in einem von ungleichen Machtverhältnissen geprägten
politischen Kontext bewegt? Mithilfe postkolonialer und feministischer Theorien
untersucht Kristina Kontzi die Repräsentationen und Programmstrukturen. Sie fragt nach
deren kolonialem Erbe und Nutzen für die Teilnehmenden. Im Fokus der Diskursanalyse
steht die kritische Auseinandersetzung mit Konzepten von Entwicklung in Verbindung
mit denen eines Weltbürgertums, das als pädagogische Antwort auf Globalisierungsfragen
gilt.
Die Dissertation zeigt die Verstrickung von kolonialer Geschichte und der Gegenwart entwicklungspolitischem Engagements auf. Sie verdeutlicht, wie notwendig es ist, eine
machtkritische Perspektive auf Programme dieser Art zu werfen, um global-gesellschaftliche
Machtverhältnisse nicht zu reproduzieren, sondern sie verändern zu können.

Das Buch ist bei Nomos erschienen und hier erhältlich. Für Anfragen für Veranstaltungen richten sie bitte eine mail an die Autorin.

Gedenkmarsch am 28.2. in Berlin

Am nächsten Samstag, den 28.2. findet in Berlin der 9. Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Menschenhandel, Kolonialismus und rassistischer Gewalt statt, zu dem ein Bündnis um den Zentralrat der afrikanischen Gemeinde aufruft.

In diesem Zusammenhang auch der Hinweis auf die aktuelle Petition der Ovaherero und Nama mit der Forderung nach Reparationen für den Genozid von 1904-1908.