Archiv des Autors: glokal

Das Verhütungsimplantat Jadelle von Bayer HealthCare – Protest gegen bevölkerungspolitisch motivierte Vermarktungsoffensive

Anlässlich der morgigen Aktionärs-Hauptversammlung von Bayer protestiert glokal e.V. zusammen mit dem Gen-ethischen Netzwerk e.V., der BUKO Pharma-Kampagne sowie dem Fachgebiet Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien der Universität Kassel gegen die weltweite Vermarktungsoffensive des Konzerns mit dem Hormonimplantat Jadelle.

Pressemitteilung

des Gen-ethischen Netzwerk e.V., glokal e.V., der BUKO Pharma-Kampagne sowie des Fachgebiets Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien der Universität Kassel

Das Verhütungsimplantat Jadelle von Bayer HealthCare: Protest gegen bevölkerungspolitisch motivierte Vermarktungsoffensive

Köln, 27.5.2015: Anlässlich der Aktionärs-Hauptversammlung von Bayer protestieren Nichtregierungsorganisationen und ein Kasseler Hochschulfachgebiet gegen die weltweite Vermarktungsoffensive des Konzerns mit dem Hormonimplantat Jadelle. Die Organisationen, die mit eigenen Redebeiträgen auf der Hauptversammlung präsent sein werden, kritisieren häufige Nebenwirkungen und eine Unterordnung reproduktiver Gesundheitsbelange unter bevölkerungspolitische Ziele. Sie fordern einen Stopp der Vermarktung von Jadelle im Rahmen bevölkerungspolitischer Programme. Weiterlesen

Rassismuskritischer Leitfaden erschienen

Initiiert durch das IMAFREDU Forschungsprojekt von Dr. Elina Marmer, hat im vergangenen Jahr ein Autor*innenkollektiv, u.a. unter Mitwirkung von glokal, einen „Rassismuskritischen Leitfaden zur Reflexion bestehender und Erstellung neuer didaktischer Lehr- und Lernmaterialien für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zu Schwarzsein, Afrika und afrikanischer Diaspora“ erarbeitet. Er ist nun digital und demnächst auch als Printausgabe verfügbar.

Die Dringlichkeit einer rassismuskritischen Überarbeitung von schulischen Bildungsmaterialien wurde in einer im März veröffentlichten Schulbuchstudie Migration und Integration der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz. Die Studie zeigt in vielen Bereichen großen Nachholbedarf in der Erstellung von Schulbüchern auf. so z.B. in der Darstellung und Ansprache der deutschen Migrationsgesellschaft:

„So lautet ein zentrales Ergebnis, dass in den analysierten Schulbüchern Migration vorrangig als konfliktträchtig sowie krisenhaft problematisiert wird. Der Ansatz, migrationsbedingte Vielfalt als Normalität darzustellen, findet sich selten.“ Weiterlesen

Petition concerning Hereros‘ & Namas‘ Genocide Reparations from Germany

Today, activists are delivering a petition to Germany Embassies and General-Consulates all over the world to support the just quest by Herero representatives for reparations from Germany for the German colonial genocide. In Berlin, the petition is handed over by the NGO alliance
„Völkermord verjährt nicht!“ (see the press release). On this occasion, the German-Namibian website www.genocide-namibia.net is launched.

My Right Is Your Right! Demo am 21.03.2015

„Eine andere Asylpolitik in Deutschland und der EU ist möglich, wenn wir sie gemeinsam einfordern und die Veränderungen selbst in die Hand nehmen.“ Aus dem Manifest des Netzwerkes My Right Is Your Right, das am Globalen Tag gegen Rassismus (21.03.2015) eine Großdemonstration veranstaltet. Los geht es um 13 Uhr am Spreewaldplatz. Infomaterial sowie mehr Informationen gibt es hier.

Neuerscheinung: Eine Geschichte in weltbürgerlicher Absicht? Postkoloniale Perspektiven auf „weltwärts“

Durch den weltwärts-Freiwilligendienst soll es ermöglicht werden, einen „persönlichen
Beitrag zu einer gerechten Welt“ zu leisten. Doch welche Vorstellungen gehen mit
diesem Dienst einher, der sich in einem von ungleichen Machtverhältnissen geprägten
politischen Kontext bewegt? Mithilfe postkolonialer und feministischer Theorien
untersucht Kristina Kontzi die Repräsentationen und Programmstrukturen. Sie fragt nach
deren kolonialem Erbe und Nutzen für die Teilnehmenden. Im Fokus der Diskursanalyse
steht die kritische Auseinandersetzung mit Konzepten von Entwicklung in Verbindung
mit denen eines Weltbürgertums, das als pädagogische Antwort auf Globalisierungsfragen
gilt.
Die Dissertation zeigt die Verstrickung von kolonialer Geschichte und der Gegenwart entwicklungspolitischem Engagements auf. Sie verdeutlicht, wie notwendig es ist, eine
machtkritische Perspektive auf Programme dieser Art zu werfen, um global-gesellschaftliche
Machtverhältnisse nicht zu reproduzieren, sondern sie verändern zu können.

Das Buch ist bei Nomos erschienen und hier erhältlich. Für Anfragen für Veranstaltungen richten sie bitte eine mail an die Autorin.

Gedenkmarsch am 28.2. in Berlin

Am nächsten Samstag, den 28.2. findet in Berlin der 9. Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Menschenhandel, Kolonialismus und rassistischer Gewalt statt, zu dem ein Bündnis um den Zentralrat der afrikanischen Gemeinde aufruft.

In diesem Zusammenhang auch der Hinweis auf die aktuelle Petition der Ovaherero und Nama mit der Forderung nach Reparationen für den Genozid von 1904-1908.

Fasching: Warum Blackfacing auch 2015 immer noch rassistisch ist

Die Jury für den „Anglizismus des Jahres“ hat „Blackfacing“ zum bestimmenden Lehnwort von 2014 bestimmt. Nach und nach stellt sich somit auch in Deutschland ein Verständnis dafür ein, dass ein rassistisches Karikieren von Schwarzen Menschen hierzulande eine Tradition hat. Besonders zur Faschingszeit. Dazu haben Tahir Della, Jamie Schearer und Hadija Haruna – aktiv bei der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland – einen Beitrag im MiGAZIN veröffentlicht.

Black Studies in Bremen

Am 6. Februar gab es ein Community Statement Schwarzer Wissenschaftler_innen und Organisationen in dem eine radikale Kritik an Black Studies Bremen geäußert wurde.

„Wir, die hier Unterzeichnenden, verurteilen die Art und Weise, in der Black Studies an der Universität Bremen mobilisiert und in Dienst genommen werden. Unsere Kritik richtet sich speziell  gegen die Organisation, Handhabung und geplante Implementierung einer Creative UnitNew Black Diaspora Studies: Ethische und ästhetische Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. […]

Abgesehen von einem antiquierten, ganz sicher nicht als intersektional zu bezeichnenden Gender-Verständnis stellt die derzeitige Einstellungspraxis eine unverhohlene Fördermaßnahme (affirmative action) für weiße Akademiker_innen dar, während der deutsche Wissenschaftsbetrieb Schwarze Wissenschaftler_innen und Wissenschaftler_ innen of Color systematisch ausschließt und dies aufgrund nichtexistenter rechtlicher Mechanismen, die eine gleichberechtigte Partizipation von unterrepräsentierten/marginalisierten Gruppen am universitären Leben als Studierende und als Fakultätsangehörige sicherstellen würden, weiterhin tun kann.“

Als erste Konsequenz auf die Forderungen, hat sich gestern die Forschungsgruppe Black Knowledges (ehemals Black Studies) aufgelöst. Die Gruppe schreibt, dass sie die Kritik akzeptiert und formuliert: „Uns ist deutlich geworden, dass die Forschungsgruppe Black Knowledges eher ein Teil des Problems des Rassismus ist statt ein Teil seiner Lösung.“

queer_postkolonial_entwicklungskritisch

Diese Woche ist in Wien die Webseite des spannenden Projektes feminIEsta online gegangen. Aus ihrer Selbstbeschreibung:

feminIEsta versammelt Arbeitsergebnisse, Projekte und Initiativen, die das Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien (kurz: IE, daher: feminIEsta) gequeert und durchkreuzt haben; die einen ihrer Ursprünge an der IE nahmen, dort zusammenlaufen, sich von der IE aus weiter verzweigen und vernetzen oder auch sich ein Stück weit entfernen.

feminIEsta mischt sich sowohl wissenschaftlich als auch politisch in internationale Entwicklung(spolitik) ein und bezieht Stellung zu ihren Dilemmata, ihren Verheißungen, ihrer Gewalt.

feminIEsta übt an Theorien und Praktiken durchgängig feministische Kritik, auch wenn darüber gestritten werden darf und soll, was dies im Einzelnen heißt.

feminIEsta will neugierig machen auf schon erprobte und auf noch uneingelöste denk- und wünschbare Strategien, entwicklungskritische und feministische Ansätze zusammenzubringen.

In diesem Sinne: Stay rebel and feminIEsta!