Der Bau der „Mall of Berlin“ soll ca. eine Milliarde Euro gekostet haben und wird nun in der Vorweihnachtszeit zum Symbol der gängig gewordenen Ausbeutung migrantischer Arbeiter_innen aus dem EU-Ausland. Eine Gruppe rumänischer Arbeiter kämpft seit Wochen für die Auszahlung ihrer eh schon niedrigen Löhne. Mehr Infos hier.
Archiv des Autors: glokal
All that glitters is not gold. The Rusty Radiator Awards have a bitter aftertaste
While campaigns such as the Golden and Rusty Radiator Awards raise awareness of Western development organizations‘ unjust views of the global South, they do not go far enough. Critiques of cliche media representation must be coupled with critiques of fundamentally unbalanced power structures. For an analysis of the mentioned awards as well as video clips such as „Who wants to be a volunteer“, see our essay on pambazuka.
We are tomorrow @Ballhaus Naunynstraße
Völkische Siedler_innen im ländlichen Raum
Die Amadeo-Antonio Stiftung hat mit ihrer aktuelle Broschüre „Völkische Siedler/innen im ländlichen Raum. Basiswissen und Handlungsstrategien“ eine wichtige Publikation zum Thema Rechtsextremismus und Ökologie veröffentlicht.
„Die vorliegenden Broschüre ist ein Handwerkszeug im Sinne des fördernden Bundesprogramms »Zusammenhalt durch Teilhabe«: Sie gibt einen Überblick über die Aktivitäten von Völkischen Siedlern, ihre Argumentationen und Erkennungsmerkmale. Durch Aufklärung über den Hintergrund von Völkischen Siedlern, die Schilderung von Beispielen und Alltagssituationen sowie Ansätze für Handlungsstrategien bietet die Broschüre Engagierten vor Ort eine Hilfestellung im Engagement gegen demokratiefeindliche Tendenzen.“
Für die weitere Auseinandersetzung können wir die beiden Bücher, „Rechte Ökologie“ von Oliver Geden (leider nur noch gebraucht erhältlich) sowie „Globalisierung aus Sicht der extremen Rechten“ von Anton Maegerle, empfehlen.
„Die (bundesdeutsche) Eine-Welt Arbeit aus einem Guss?“
Der Berliner Verband für migrantisch-diasporische Organisationen in der Einen Welt, moveglobal e.V., hat in seiner aktuellen Publikation einen Grundsatzartikel zum Verhältnis von entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen und migrantischen Organisationen veröffentlicht. In dem ausführlichen Artikel geht Lucía Muriel beispielsweise auf die Funktionalisierung von Migrant_innen und aktuelle Herausforderungen in der Zusammenarbeit ein. Dabei findet sie mutige Worte und stellt beispielweise im Kapitel „Versuch eines Paradigmenwechsels“ klare Forderungen an die entwicklungspolitische Szene:
„Wir werden die Verhältnisse einer über 500-jährigen kolonialen Realität nicht weiter dulden. Dies gilt für sämtliche aktuelle Diskurse und Praktiken, für Theorien, für Debatten und die Arbeitspraxis. Wir werden uns nicht länger von staatlichen und nichtstaatlichen Vertreter_innen, von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Akteur_innen, von etablierten oder eben erst in Erscheinung getretenen Förderer_innen unsere Perspektive auf das Feld Migration und Entwicklung diktieren lassen. Konkret bedeutet dies, dass keine der unterschiedlichen Formen alleiniger Gestaltungs-, Definitions- und Entscheidungsmacht länger zulässig sind. Vielmehr müssen sich sämtliche, auch die bisher erfolgreich ausgeschlossenen, Akteur_innen auf den Weg machen und sich auf neue Formen der Zusammenarbeit, der Verteilung von Ressourcen sowie von Gestaltungsmacht einlassen.“ (S.17)
Der Artikel wird durch einen Epilog „Wie ich zum Brückenbauer_innen-Diskurs stehe“ und ein Glossar abgerundet und im Anhang durch einen Beitrag von Andreas Rosen von der Stiftung Nord-Süd Brücken ergänzt.
Die Publikation ist bei moveglobal e.V. für 9 Euro zu bestellen.
Diskriminierungserfahrungen durch Schulbücher
Am 22. und 23. September 2014 fand der internationale Workshop Diversity Education and Textbooks: International Perspectives, organisiert vom Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim und dem Georg Eckert Leibnitz Institut für Internationale Schulbuchforschung in Braunschweig, statt. Die Wissenschaftler_innen kommen zu dem Ergebnis, dass neben differenzierter Darstellung insbesondere auch Klischees und Vorurteile in den Büchern auftauchen. Laut Viola B. Georgi, Professorin für Diversity Education an der Universität Hildesheim, können der Inhalt der Bücher trennend wirken können und und zu Diskriminierungserfahrungen beitragen. Sobald wir mehr Informationen zur Verfügung haben, werden wir sie hier online stellen.
UNITED NEIGHBOURS // Bleiberecht und Wohnraum für Alle!
Diesen Samstag, 27.09.2014, findet um 15 Uhr mit Start am Spreewaldplatz/Ohlauerstraße eine Demonstration statt, um die Forderungen der protestierenden Geflüchteten in Berlin und der Proteste gegen Mietsteigerungen und Zwangsräumungen zusammenzuführen. Mehr Informationen findet ihr beim Bündnis Zwangsräumung Verhindern oder auf f-book. In der Zeitschrift analyse & kritik ist zum Hintergrund der Demonstration auch ein frei zugänglicher Artikel erschienen.
Filmtipp: Concerning Violence
Gestern startete die Deutschland Tour des Filmes „Concerning Violence – Nine Scenes from the Anti-Imperialistic Self Defense“ von Göran Hugo Olsson. Der Film ist eine visuelle Untermalung von Frantz Fanons anti-kolonialem Manifest „Die Verdammten dieser Erde“ von 1961. Historisches Filmmaterial ist mit von Lauryn Hill gesprochenen Textausschnitten von Fanon kombiniert und durch ein Vorwort von Gayatri C. Spivak eingebettet.
Der Film ist vom BMZ mit dem Filmpreis „cinema fairbindet“ ausgezeichnet worden. Auf der Seite des Ministerium heißt es dazu: „Mit dem Preis würdigt das BMZ Filme, die auf herausragende Weise zum aktuellen Dialog über besondere Aspekte des Nord-Süd-Verhältnisses einladen.“ Damit unterstreicht das BMZ die Bedeutung von Kolonialismus, Rassismus- und Kapitalismuskritik für aktuelle Debatten um Entwicklungszusammenarbeit.
Eine Liste mit allen Aufführungen in Deutschland findet sich hier.
Flüchtlingspolitik in Deutschland: „Erst Austricksen, dann Aushungern“
Seit mittlerweile 11 Tagen hungert und dürstet der Berliner Senat mithilfe eines Großaufgebots der Polizei Flüchtlingsaktivisten auf dem Dach eines Wohnheims für Geflüchtete in der Gürtelstrasse aus. Ärzt_innen, die vor den schwerwiegenden Folgen von Dehydration warnen und Wasser bringen wollen, werden nicht durchgelassen. Presse darf nicht zu den Protestierenden. Die wenigen Menschen, die sich solidarisieren, werden schikaniert und deren Protest gegen das unmenschliche Vorgehen von Politik und Polizei verunmöglicht. Hier geht es zum Blog und Twitter, wo ihr Informationen inklusive Presseschau und Möglichkeiten der Unterstützung findet.
Arbeitskampf im Bildungsbereich: aktuelle & vergangene Ereignisse
Nach der [edmc id=1727]Kündigung von insgesamt 17 Seminarleiter_innen in der gewerkschaftsnahen Jugendbildungsstätte Konradshöhe[/edmc] setzen sich die Gekündigten zur Wehr. Wir möchten den [edmc id=1721]Solidaritätsaufruf[/edmc] sowie die Onlinepetiton der (ehemaligen) Seminarleiter_innen zum Anlass nehmen, an andere ähnliche Arbeitskämpfe zu erinnern, die oftmals nur auf Mailinglisten ihren Raum finden und somit eine sehr begrenzte Öffentlichkeit erreichen.
Zum einen eine im Januar 2011 von autsch3000 versendete [edmc id=1725]mail[/edmc], die sich auf eine [edmc id=1733]Stellenausschreibung von ASA[/edmc] bezogen hatte und in der dazu aufgefordert wurde explizite [edmc id=1732]Absagen[/edmc] an ASA zu schicken. Des weiteren eine im Januar 2012 versendete mail von [edmc id=1723]abersonstgehtsnoch[/edmc], die sich auf eine [edmc id=1726]Stellenausschreibung von ICJA[/edmc] bezog.
Mittlerweile regt sich insbesondere im akademischen Bereich Widerstand. Auf der Facebookseite der Initiative Akademischer Frühling werden immer mehr Beispiele rund um das Thema angemessene Arbeitsverhältnisse und existenzsichernde Löhne, vor allem in Wissenschaft und im Non-Profit-Sektor gesammelt und eine Vernetzung von Betroffenen befördert.
Die tageszeitung die taz berichtete Ende August über weitere Vorkommnisse (z. B. beim DGB Bildungswerk) und über den Widerspruch präkere Arbeitsverhältnisse anzuprangern und sich selbst davon auszunehmen. Die Wissenschaftlerin, Autorin und Trainerin Urmila Goel greift den Artikel auf und verdeutlicht, warum höhere Tagessätze von Nöten sind. Die Macht über diese zu entscheiden liegt meist aber nicht in der Hand der prekären Bildungsarbeiter_innen.