Klimawandel Kampagne

Das Eine Welt Netz NRW hat in Kooperation mit Naturstrom im Februar eine Plakatkampagne mit dem Titel „Klimawandel? Kein Problem! Wir freuen uns doch alle über wärmere Sommer“ NRW-weit geschaltet.

Das Informationsbüro Nicaragua e.V. hat daraufhin eine ausführliche Kritik formuliert, auf koloniale Darstellungsweisen aufmerksam gemacht und einen öffentlichen Dialog mit dem Eine Welt Netz gefordert. Das Netzwerk hat schnell gehandelt und einen ersten öffentlichen Diskussionstermin am 25. April mit dem Titel „Das Ende der Trommler und Helfer?“ eingeladen. Ob sie damit auch darauf hinweisen wollen, dass die Broschüre „Von Trommlern und Helfern“ fast vergriffen ist und der BER zeitnah eine neue Auflage mit dem Titel „Develop-mental turn“ herausbringen wird?

 

Kinderbuchdebatte

In Deutschland tobt seit ein paar Wochen eine heftige Kinderbuchdebatte: Indem diskutiert wird, was wir unseren Kindern vorlesen wollen, steht zur Diskussion, welches Bild von Welt und von sich selbst vermittelt werden soll. Leitmedien wie die ZEIT demonstrieren wirkmächtig und mit rassistischer Bildsprache unterlegt: Die weiße Mehrheitsgesellschaft soll weiterhin die Definitionsmacht darüber besitzen, welche Geschichten erzählt werden und mit welchen Worten sie erzählt werden sollen.
Die Debatte um die Verwendung des N-Wortes ist eine sehr zentrale, nicht zuletzt weil dadurch das aktuelle Rassismusverständnis des Mainstreams deutlich wird und zumindest ansatzweise zur Disposition steht. Leider passiert dies in den meisten Fällen durch die Reproduktionen und damit durch die Stabilisierung von Rassismus. Weiterlesen

Interkulturelle Öffnung der entwicklungspolitischen Szene

Entwicklungspolitik ist eines der internationalsten Arbeitsfelder. Daher ist die Verwunderung oft besonders groß, wenn festgestellt wird, dass in den meisten Institutionen und Nichtregierungsorganisationen fast ausschließlich Mitarbeitende aus der dominanten Mehrheitsgesellschaft arbeiten: Menschen aus dem Globalen Süden, Schwarze Menschen und People of Color scheinen mehr oder weniger strukturell ausgeschlossen zu sein.

In den letzten Jahren haben sich mehrere Projekte und Initiativen gefunden, die versucht haben das Thema der sogenannten Interkulturellen Öffnung in der entwicklungspolitischen Szene, vornehmlich in der Zivilgesellschaft, voranzubringen. Eines der Projekte war das vorzeitig beendete Projekt „move glokal/move global“ in Hamburg. Inzwischen ist nicht nur eine Evaluation des EWNW-Projektes, sondern auch eine Gegendarstellung des gekündigten Projektleiters Dr. Ali Fathi online. Weiterlesen

Black consciousness: Time to breach the white hole of oppression

Hier gibt’s einen weiteren Beitrag von Malaika wa Azania zur Debatte um Antirassismus in Südafrika, der auch für unsere Arbeit bei glokal wichtig ist: „Education must either function as an instrument that is used to facilitate integration of the younger white generation into the logic of the ­present system and bring about conformity, or it becomes the practice of freedom – the means by which they deal critically with reality and discover how to transform their thinking.“

Dear White People

„Settler Sister“ Gillian Schutte hat das Jahr mit einem Brief an ihre weißen Mitbürger_innen begonnen und damit in Südafrika die Debatte um historische Verantwortung und die Strategien antirassistischer und dekolonialer Kämpfe mal wieder zum Auflodern gebracht. Die Black Consciousness-Aktivist_innen Athi-Nangamso Esther Nkopo und Andile Mngxitama kritisieren in ihrer Antwort, Schutte würde sich als die gute Weiße produzieren und suggerieren, Weißsein könne individuell abgelegt oder in ein gutes, antirassistisches Weißsein transformiert werden. Jackie Shandus Kritik geht eher an die Adresse der Schwarzen, die Schutte abfeiern und damit ihrer Sehnsucht nach dem weißen Messias nachkämen, anstatt ihre eigenen Kämpfe zu führen. Hier ist eine Sammlung vieler lesenswerter Kommentare auf den Brief und zu der Debatte insgesamt. Schutte hat sich gestern dann auch nochmal zu Wort gemeldet. Solch politisch engagierte und intellektuell hochwertige Debatte in der Mainstream-Presse … Und uns bleibt nur übrig, uns über die Dünnbrettbohrerei in Zeit und Spiegel zu ärgern.

Delhi gang-rape: look westward in disgust

Emer O’Toole beleuchtet in The Guardian die neokoloniale Art und Weise, wie in den britischen und US amerikanischen Medien über die Gruppenvergewaltigung einer Studentin in Neu Delhi berichtet wird. Dieser Kommentar wird wiederum von Sunny Hundal kritisiert: Ihm zufolge benötigt Indien keine wohlmeinende Verteidigung durch Weiße, die Angst davor haben, als Rassist_innen abgestempelt zu werden. Vielmehr solle endlich indischen Frauen zugehört werden.

Radiator Aid? No, thanks!

Nach unser Kritik an „Radi-Aid“ haben sich auch zwei Wissenschaftler vom Norwegian Institute for International Affairs zu Wort gemeldet. Sie kritisieren die Vernachlässigung zentraler entwicklungspolitischer Prinzipien wie „gute Regierungsführung“, „Ownership“, „Effektivität“ und „ganzheitlicher Ansatz“. Ihre detaillierte Analyse ist hier zu finden.

Pressemitteilung der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V. vom 06.12.2012

Indizien fűr Mordthese verdichten sich, das Gericht lehnt entsprechende Beweisanträge ab und drängt auf ein schnelles Ende des Verfahrens – In Sachsen-Anhalt wird offensichtlich ein Mord vertuscht!

Die Beweise, die fűr die Ermordung von Oury Jalloh sprechen, verdichten sich immer weiter. Die Nebenklagevertretung stellte deshalb am Dienstag einen Eilantrag mit der dringenden Forderung, ein ergänzendes Brandgutachten einzuholen. Die Kammer lehnt dies sichtlich genervt ab und drängt Oberstaatsanwalt Christian Preissner dazu, sein Plädoyer zu halten. Dieser fordert 90 Tagessätze a 70 € fűr Andreas Schubert, weil er sich der fahrlässigen Tőtung durch Unterlassung schuldig gemacht hat.

Nebenklagevertretung spricht nun auch von Tőtung Oury Jallohs durch Dritte
Die Kammer mőchte das seit Januar 2011 andauernde Revisionsverfahren mit aller Entschlossenheit in den nächsten Prozesstagen zu Ende bringen. Indes fűhrte die Nebenklagevertreterin Gabriele Heinecke in ihrem Beweisantrag eine Reihe von Indizien an, welche die Anwälte in Vertretung der Familie nun dazu veranlasst haben, offen von einer Ermordung von Oury Jalloh zu sprechen. Heinecke forderte unter anderem ein ergänzendes Brandgutachten einzuholen, um alle Widersprűche hinsichtlich der Brandentstehung zu klären.

Die komplette Pressemitteilung könnt ihr hier lesen.