Newsletter März 2018

Liebe Freund*innen,

es sind einige Monate vergangen seit unserem letzten Newsletter und wir haben einiges in diesem etwas längeren Update zu berichten.

  1. Probiert es aus: eLearning Tool ‚connecting the dots. Geschichte(n) von Unterdrückung und Widerstand‘ ist online
  2. Stimmt für uns ab: Spendenvoting für Druckkosten des pädagogischen Begleitreaders unserer Ausstellung bis 31. März
  3. Meldet euch an: Die neue OPAT-Qualifizierungsreihe geht im Mai los! Anmeldung bis 24. April
  4. Kommt alle: Emine Demir und Doğan Akhanlı von glokal lesen am 30. März im Kafe Karanfil aus Doğans neuem Buch vor

1. Nachdem wir im letzten Dezember unsere Broschüre ‚connecting the dots. Lernen aus Geschichte(n) zu Unterdrückung und Widerstand‘ herausgebracht haben, freuen wir uns, dass nun unser (fast) gleichnamiges eLearning Tool ‚connecting the dots. Geschichte(n) von Unterdrückung und Widerstand‘ online ist.

Mit Zitaten von Menschen aus über 500 Jahren möchten wir Geschichte(n) spannend und leicht zugänglich darstellen und um neue Perspektiven erweitern. Zusätzlich zu bekannten mächtigen europäischen Männern legen wir beim eLearning Tool den Schwerpunkt auf widerständige Perspektiven, auf antikolonialen Widerstand und in der Mehrheitsgesellschaft oft ungehörte und unbekannte Perspektiven: Von Frauen, Schwarzen Menschen, People of Color, aus dem Globalen Süden, Personen, deren Sexualität nicht in gesellschaftliche Normen passt und vielen mehr.

Durch den Fokus auf widerständige Geschichten möchten wir deutlich machen, dass jeder einzelne Mensch ein handelndes Subjekt von Geschichte sein kann und somit die Möglichkeit hat, für eine gerechtere Gesellschaft einzutreten. In dem eLearning Tool könnt ihr zu einer Vielzahl an Themen hegemoniale und widerständige Perspektiven finden: Migration und Flucht, Kolonialismus, Rassismus in Deutschland, Mensch und Natur, Arbeit, Kapitalismus, Demokratie und Herrschaft, Kultur, Gender und Sexualität sowie Entwicklung.
Wir arbeiten noch an einigen kleinen Korrekturen und freuen uns auf eure Rückmeldungen!

Noch in diesem Jahr werden zwei Workshops zu Themen der historisch-postkolonialen Bildungsarbeit stattfinden. Wir halten euch auf dem Laufenden!

2. Spendenvoting für unser Anschlussprojekt, die Wanderausstellung zu ‚connecting the dots‘

Wir werden auch weiterhin historisch-postkolonial arbeiten und möchten bis Anfang 2019 eine Ausstellung entwickeln, die auf das eLearning Tool aufbaut, hier aber noch stärker widerständige Perspektiven in den Mittelpunkt stellt.

Für den pädagogischen Begleitreader der Ausstellung fehlt uns das Geld für die Druckkosten! Darum machen wir bei einem Wettbewerb mit, bei dem über unterschiedliche Projekte abgestimmt werden kann. Bitte unterstützt uns dadurch, dass ihr hier für das glokal-Projekt stimmt!

3. Qualifizierungsreihe für (bis zu) 10 Menschen mit Fluchterfahrung

Willst du Trainer*in für politische Bildungsarbeit werden? Bei uns kannst du eine Fortbildung dazu machen, bewirbt dich!

Mit unserer Qualifizierungsreihe wollen wir euch als Geflüchtete und Menschen mit Fluchterfahrung erreichen. Ihr sollt als Trainer*innen, Multiplikator*innen und Berater*innen in der Bildungsarbeit geschult werden, so dass ihr selbst Empowerment- und Sensibilisierungsworkshops zum Thema Antirassismus durchführen könnt. Wir wollen mit den Qualifizierungsworkshops verschiedene pädagogische Methoden für euch zugänglich machen und gleichzeitig einen Raum schaffen, wo euer Wissen Gehör findet. Wir arbeiten prozessorientiert, beziehen also die Wünsche der Teilnehmer*innen mit ein.

Am Ende der Qualifizierungsreihe ist es vorgesehen, dass ihr selbst ein Praxisprojekt (einen Empowerment- und einen Sensibilisierungsworkshop) durchführt, bei Bedarf mit erfahrenen Referent*innen von glokal e.V.

Die Qualifizierungsreihe wird auf Deutsch stattfinden. Es wäre gut, wenn du fließend Deutsch sprichst (Niveau B1). Die Qualifizierungsreihe richtet sich insbesondere an Geflüchtete und Menschen mit Fluchterfahrung, die erst seit wenigen Jahren in Deutschland sind. Es ist wichtig, dass ihr Lust habt, in der politischen Bildung zu arbeiten.

Anmeldefrist: 24. April 2018

Anmeldung unter: opat[at]glokal.org, Mehr Informationen auf deutsch, arabisch und englisch und auf unserer Webseite.

4. Lese- und Diskussionsabend mit Emine Demir und Doğan Akhanlı von glokal

Am Freitag, 30.03.2018 findet im Kafe Karanfil (Mahlowerstr. 7, Berlin-Neukölln) eine Lesung mit nachfolgendem Gespräch mit Emine Demir und Doğan Akhanlı statt.

‘19. August 2017: Spanische Polizisten verhaften Doğan Akhanlı, einen deutschen Staatsbürger, in Granada. Die Türkei hatte ihn über Interpol zur Festnahme ausgeschrieben. Die Tür seiner Zelle schließt sich hinter ihm – wieder einmal. Wie in einer Zeitkrümmung durchlebt er erneut die Monate und Jahre, die er in der Türkei als politischer Häftling verbracht hat – 1975, 1985-1987 und ab August 2010. „Verhaftung in Granada“ ist, bei aller Grausamkeit und allem Unrecht, von denen die Rede ist, eine abenteuerliche, poetische und oft auch humorvolle Reise durch die letzten 40 Jahre, die uns hilft zu verstehen, warum in der Türkei noch immer und wieder Willkür und Gewalt herrschen.‘ In einem Wechsel aus Lesung und Gespräch werden Emine Demir und Doğan Akhanlı aus seinem neu erschienenen Buch ‘Verhaftung in Granada oder Treibt die Türkei in die Diktatur?‘ in deutscher und türkischer Sprache lesen und diskutieren.

Kommt, lauscht, diskutiert und trinkt mit uns!
Für Kurzentschlossene: Doğan liest auch heute, am 23.03.2018, um 19.00h im Café loislane (Emser Str. 41, 12051 Berlin).
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Wir weisen zum Schluss nochmal auf unsere Materialplattform ‚mangoes&bullets‘ hin, auf der ihr weiteren Stoff findet: Methoden für die politische Bildungsarbeit, Bücher, Bilder, Kunstprojekte etc.

Herzliche Grüße,

das Team von glokal

Stimmt bis 31. März für das glokal-Projekt!

Liebe Leute, wir möchten eine neue Publikation erstellen und dafür fehlt uns das Geld! Ende 2018 möchten wir einen Ausstellungsreader drucken zum Thema „Historisch-Postkoloniale Geschichten von Widerstand“. Darum machen wir bei einem Wettbewerb mit, bei dem über unterschiedliche Projekte abgestimmt werden kann. Bitte unterstützt uns dadurch, dass ihr hier für das glokal-Projekt stimmt! Weiterlesen

Trivialisierung der Shoah bei der Deutschen Bahn

Schon im vergangenen Oktober gab die Deutsche Bahn bekannt, einen ihrer neuen ICE 4-Hochgeschwindigkeitszüge nach Anne Frank zu benennen. Diese Entscheidung wurde weithin diskutiert und hat unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen, ist aber zumeist heftig kritisiert worden. Die Namensvorschläge waren in einer offenen Ausschreibung gesammelt worden. Entschieden hat schließlich eine sechsköpfige Jury aus PR- und Marketingfachleuten unter Vorsitz der leitenden Konzernhistorikerin Susanne Kill. Weiterlesen

Konservative Geschichtsdidaktik und Rechtsruck in Deutschland

In einem offenen Brief erklärt die Historikerin und Lehrerin Regina Richter, warum sie aus der  Konferenz für Geschichtsdidaktik – Verband der Geschichtsdidaktikerinnen und Geschichtsdidaktiker Deutschlands e.V. austritt. Mit ihrer Kritik und ihrem Protest ist sie nicht alleine. Mehrere Beteiligte verließen die Konferenz.

Dokumentation der Konferenz „Selbstbestimmt und solidarisch!“

Mittlerweile haben wir es geschafft, die Video-Dokumentation der Konferenz „Selbstbestimmt und solidarisch! Konferenz zu Migration, Entwicklung und ökologischer Krise“ in Form einiger Videomitschnitte fertigzustellen. Alle Podien findet ihr hier. Photos gibt es hier und hier. Als Einstieg empfehlen wir besonders dieses kurze Konferenzvideo mit vielen Eindrücken der Konferenz.

Einen Videobericht über die rassistisch motivierte Polizeigewalt gegen zwei Referenten und Teilnehmende der Konferenz findet ihr hier. In Reaktion auf unsere Pressemitteilung und die des Initiativkreis: Menschen.Würdig gab es zahlreiche Presseberichte. Eine Auswahl findet ihr hier.

Viele Informationen zur Konferenz findet ihr auch in der neuen taz-Beilage von Afrique-Europe-Interact.

Wenn ihr euch politische einbringen oder einfach auf dem Laufenden halten wollt, könnt ihr euch in die folgenden Newsletter eintragen oder Kontaktmöglichkeiten nutzen:
Corasol
NoStress Tour
Newsletter von Afrique-Europe-Interact
Newsletter von glokal e.V.
Degrowth-Newsletter oder Newsletter vom Konzeptwerk Neue Ökonomie

 

Rückgabe von Kulturobjekten und menschlichen Gebeinen nach Afrika

In einem von Berlin Postkolonal initierten offenen Brief (auch auf Englisch und Französisch auf der gleichen Seite) fordern viele Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen die Bundesregierung auf, sich für eine Restitution von rituellen Objekten und menschlichen Gebeinen aus kolonialem Unrechtskontexten einzusetzen. Der Brief kann von Organisationen noch bis zum 7. Januar 2018 unterschrieben werden. Schickt dafür bitte eine Mail an buero(at)berlin-postkolonial.de. Bitte an entsprechende Organisationen im In- und Ausland weiterleiten!

Konferenz zu Migration / Überschattet von Rassismus durch Polizei

In Leipzig ist am Sonntag die Konferenz „Selbstbestimmt und solidarisch! Konferenz zu Migration, Entwicklung und ökologische Krise“ zu Ende gegangen.

Drei Tage lang diskutierten im Leipziger „Westbad“ mehr als 700 Teilnehmende aus verschiedenen sozialen Bewegungen, auf welche Weise Flucht und Migration mit den vielfältigen ökologischen Krisen unserer Zeit sowie den vorherrschenden Vorstellungen von gesellschaftlicher Entwicklung zusammen hängen. Beteiligt waren unter anderem Initiativen, die zu Flucht und Migration, Bewegungsfreiheit, Klima, Kapitalismus, Landwirtschaft und Degrowth arbeiten – beteiligt waren auch viele Geflüchtete und Migrant*innen. Weiterlesen

Selbstbestimmt und solidarisch! Dekoloniale Perpektiven auf Migration, Entwicklung und ökologischer Krise

Morgen beginnt die u.a. von Afrique-Europe-Interact, Konzeptwerk Neue Ökonomie und glokal organisiserte aktivistische Konferenz Selbstbestimmt und solidarisch! in Leipzig. Auch wenn es jetzt leider keine freien Plätze mehr gibt, lohnt sich vielleicht ein Blick ins Programm. Und wir werden versuchen, so viel wie möglich zu dokumentieren und online zur Verfügung zu stellen.

Botschaft von Doğan Akhanlı

Botschaft von Doğan Akhanlı an die  Teilnehmer*innen der Veranstaltung „Arsch huh“-Veranstaltung: „Wähle jon – Demokratie braucht keine Alternative!“ am 27.08. in Köln:

„Liebe Freundinnen und Freunde!

Wegen meiner Festnahme in Spanien durch die Intervention der Türkei bin ich zwar gerade etwas ermüdet und erschöpft, aber trotz der aktuellen Bedrohung ist meine Kraft gegen Rassismus und Diskriminierung nicht erlahmt. Im Gegenteil!

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