Die Mitgliedsorganisationen des internationalen NGO-Bündnisses „No Humboldt 21!“ fordern die Bundesregierung, den Berliner Senat und die Staatlichen Museen zu Berlin/Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SMB/SPK) nachdrücklich zu größerer Transparenz bzgl. außereuropäischer menschlicher Überreste und kultureller Objekte mit besonderer Bedeutung für die Herkunftsgesellschaften auf. Weiterlesen
Archiv der Kategorie: Unkategorisiert
(In)Security in postcolonial development education in Germany
Im letzten Jahr nahmen zwei glokal-Mitglieder an einem Roundtable zum Thema „What Do We Teach? How Do We Teach It? Critical Pedagogies and World Politics“ im Rahmen der International Studies Association Annual Convention in San Francisco, USA teil. Aus der Veranstaltung ist eine Publikationssammlung entstanden, die nun in der Zeitschrift Critical Studies on Security veröffentlicht wurde. Hier geht es zu dem Abstract unseres Artikels „(In)Security in postcolonial development education in Germany“ (er ist leider nicht frei zugänglich, sondern nur für viel, viel Geld).
Massive Polizeigewalt gegen Geflüchtete in Kreuzberg
Bei einem Polizeieinsatz in der Nacht vom 16. zum 17. Dezember 2013 kam es zu massiven Rechtsverstößen seitens der Polizei. Die öffentliche Meinung ist nach den Räumungsdrohungen durch Henkel zuletzt zu Gunsten des Protests der Geflüchteten ausgefallen. Das genau zu diesem Zeitpunkt eine so martialische Polizeiaktion gegen die von Geflüchteten bewohnten Gerhard-Hauptmann-Schule stattfindet ist wohl kein Zufall, so die Presseerklärung der Geflüchteten.
Berliner Mohrenstraße soll in Nelson-Mandela-Straße umbenannt werden
Pressemitteilung des NGO-Bündnisses „No Humboldt 21! Moratorium für das Humboldt-Forum im Berliner Schloss“ und des Global Afrikan Congress, Berlin, 13.12.2013
Das von über 80 Nichtregierungsorganisationen unterstützte internationale Kampagnen-Bündnis „No Humboldt 21!“ und der Global Afrikan Congress lehnen den aktuellen Vorschlag der „Stiftung Zukunft Berlin“, den Platz vor dem umstrittenen Humboldt-Forum im Berliner Schloss nach Nelson Mandela zu benennen, entschieden ab. Stattdessen erneuern sie mit Nachdruck die schon 2004 erhobene Forderung zahlreicher afrikanischer Vereine Berlins, die auf den brandenburgisch-preußischen Handel mit Versklavten im späten 17. Jahrhundert zurückgehende Mohrenstraße in Nelson-Mandela-Straße umzubenennen.
„Der Versuch der am Humboldt-Forum mitwirkenden Stiftung Zukunft Berlin, das als neokolonial und eurozentrisch in die öffentliche Kritik geratene Großprojekt durch einen vorgelagerten Nelson-Mandela-Platz zu rehabilitieren, ist so durchschaubar wie unakzeptabel“, sagt Christian Kopp von Berlin Postkolonial. „Der Name des Antiapartheid-Kämpfers darf nicht als Kosmetik für die umstrittenen außereuropäischen Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz missbraucht werden, in denen sich auch Tausende von angeeigneten Kulturschätzen und menschlichen Überresten aus gewaltsam kolonisierten Gebieten befinden.“
Yonas Endrias vom Global Afrikan Congress betont: „Schon vor zehn Jahren haben alle afrikanischen Vereine Berlins gemeinsam die Umbenennung der Mohrenstraße in Nelson-Mandela-Straße gefordert. Der jetzige Name der Straße, in der versklavte Minderjährige aus Afrika lebten, die am brandenburgisch-preußischen Hof dienen mussten, basiert auf einer rassistischen Fremdbezeichnung und verletzt die Würde Schwarzer Menschen in Berlin.“
Kontakt: Yonas Endrias, Global Afrikan Congress, endriasy@aol.com, 01799404690; Christian Kopp, Kampagne “No Humboldt 21!”, buero@berlin-postkolonial.de, 01799100976
Infos: www.no-humboldt21.de
Nicht alles, was Gold ist, glänzt! – Rusty und Golden Radiator Awards hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack
Heute, am 10. Dezember verkündet SAIH – The Norwegian Students and Academics International Assistance Fund die Gewinner zweier internationaler Preise ausgeschrieben: den Rusty Radiator Award für das am meisten Schaden anrichtende Spendenvideo sowie den Golden Radiator Award für das kreativste Spendenvideo. Viel mediale Aufmerksamkeit und mehr als zwei Millionen Klicks auf das vor einem Jahr erschienenen Satire-Video „Radi-Aid: Africa for Norway“ haben SAIH darin bestärkt, neue Aktionen zu machen. Begleitet wurden die Awards durch einen neuen Video-Clip „Let’s save Africa! – gone wrong“, in dem uns der junge Schwarze Michael gängige Muster in der Spendenwerbung aufzeigt. Er macht die westlichen Erwartungen zu seinem Beruf: „Jedes Mal, wenn diese Filmemacher zu uns nach Afrika kommen, bin ich der Erste, den sie anrufen. Ich bin unglaublich begabt. Wartet – das ist das traurige Afrika.“
Der Kurzfilm problematisiert gelungen auf satirische Weise, wie Charity-Werbeclips gedreht werden. Aus Berichten von Filmemacher_innen, die an solchen Drehs beteiligt waren wissen wir, wie Menschen regelrecht dazu trainiert werden, traurig zu schauen, Frauen ihren Schmuck für den Dreh ablegen oder Kinder ihre Schuluniformen gegen dreckige Lumpen eintauschen mussten – teilweise trotz Widerspruch und Unverständnis der Abgelichteten. Da macht es die Situation nicht besser, dass viele Hilfsorganisationen längst dazu übergegangen sind, ihre Spots und Plakate in Europa zu drehen und hier Schwarze Menschen und People of Color für ihre Zwecke zu casten.
Dank der Radiator Awards hat es die Diskussion um problematische Spendenwerbung in der Vorweihnachtszeit auch in deutsche Leitmedien geschafft. Zu „Let’s save Africa! – gone wrong“ hat beispielsweise die Süddeutsche Zeitung einen Artikel veröffentlicht. Die darin zitierte Rassismusforscherin Nadja Ofuatey-Alazard kommt im Deutschlandradio Kultur mit einem längeren Interview zu Wort und kommentiert den Clip wie folgt:
Nazi in der Humboldt Universität entführt
Die Gruppe Wissen im Widerstand erklärt in ihrem Bekenner*innenschreiben, warum sie Adolf Butenandt entführt haben und was ihre Forderungen für eine Rückgabe sind. An der Stelle, an der das Portrait von Adolf Butenandt hing, ist nun ein Portrait der Refugee-Aktivistin Napuli Paul Langa zu sehen. Weiterlesen
Alles andere als knorke!
Die Berliner Band Knorkator wirbt für ihre neuste Platte mit rassistischen Motiven und dem Slogan „We want Mohr“. Wir haben es zwar auf radioeins gehört, in Berlins Strassen gesehen und unseren Ohren und Augen nicht getraut, aber nichts unternommen. Glücklicherweise sind nicht alle untätig geblieben: So haben z.B. die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland eine Stellungnahme verfasst und der Blogger Atif Hussein hat einen Briefwechsel mit radioeins – rbb geführt.
Looted art and academic colonisation in Germany
The Archaeological Association of Nigeria (AAN) accuses the curators of the recent German Nok exhibition in Frankfurt of academic colonisation of archaeology for failing to agree to the exhibition first being hosted on Nigerian soil and for several other breaches concerning the heritage of Nigeria. For more information, see the statement by the AAN, an article on Pambazuka by the president of the AAN, Zacharys Anger Gundu, and an essay by Kwame Opoku in Modern Ghana.
Neue Hinweise auf Mord an Oury Jalloh
Am 11. November 2013 hat die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V. sowie mehrere Einzelpersonen Strafanzeige wegen Totschlag oder Mord gegen unbekannte Polizeibeamte im Todesfall Oury Jalloh bei Generalbundesanwalt Harald Range in Karlsruhe gestellt. Grundlage ist ein neues Brandgutachten, das am 12.11.2013 auf einer Pressekonferenz vorgestellt wurde. Es werden weiterhin dringend Spenden für Gutachten/Untersuchungen, Anwalts- und Gerichtskosten sowie politische Aktionen benötigt.
The Caribbean nations are demanding reparations
Members of the Caribbean Community (CARICOM) have decided to promote actions to monitor the reparations for the genocide of the native people and slavery and call on the former colonizers (United Kingdom, France, Netherlands, etc. ) to apologize and compensate their former colonies for the colonial period. Colonialism Reparation supports this decision and provides background information.