Archiv der Kategorie: Unkategorisiert

Karl May will Skalpe nicht rausrücken

Seit mehreren Jahren gibt es Forderungen von Ojibwe und anderen Native American Nations an das Karl May Museum in Radebeul bei Dresden: Mehrere Skalpe, die sich in der Museumssammlung befinden, sollen zurückgegeben werden. Das Museum hatte der Rückführung der human remains im letzten Jahr zugestimmt, dies nun aber wieder widerrufen.

Red Haircrow, Native Autor und Aktivist in Berlin, schreibt dazu Folgendes:

„The Karl May Museum is absolutely in the wrong, and no amount of their posturing, blustering or supposed concern for “doing the right thing” makes their attitude okay. They’re wrong. The scalp(s) need to be returned. This is an yet another ugly example of how the collecting of “native goods/items/remains” or cultural appropriation through Indian hobbyists or by museums and the like can cause international issues and continue historic trauma to Native Americans or other indigenous peoples.“

Auch jenseits des Karl May Museums gibt es in Dresden eine aktuelle Debatte zum Umgang mit human remains in staatlichen Museen, u.a. im Sächsischen Landtag durch zwei Kleine Anfragen (hier und hier).

#ausnahmslos

spontane Plakatwerbung zu #ausnahmslos in Erfurt, via twitter

spontane Plakatwerbung zu #ausnahmslos in Erfurt, via twitter

Nach den rassistischen Medienberichten im Nachgang zur Silvesternacht in Köln haben eine Gruppe feministischer Bloggerinnen und Autorinnen den Aufruf #ausnahmslos gestartet. Damit wenden sie sich zusammen mit vielen hundert Unterzeichner*innen „Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer. Überall.“ und formulieren Forderungen an Politik und Medien.

Der Aufruf kann hier mitgezeichnet werden.

 

Warum Kinder keine Weihnachtsgeschenke sind

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Der Berliner Verein „ProNats e.V. – Verein zur Unterstützung arbeitender Kinder und Jugendliche“ hat kurz vor Weihnachten einen Artikel mit Forderungen an entwicklungspolitische Organisationen veröffentlicht. Unter dem Titel „Warum Kinder keine Weihnachtsgeschenke sind – 12 Forderungen an Spendenkampagnen“ kritisieren sie aus einer Kinderrechtsperspektive die Darstellungsweise von Kindern aus dem Globalen Süden im Fundraising der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und formulieren konkrete Forderungen von „Kindern als Akteur*innen darstellen“ bis hin zu einer Beendigung von Kinderpatenschaftsprogrammen.

 

 

Hungerstreik in der JVA Butzbach

Seit gestern befinden sich Gefangene in der JVA Butzbach (Hessen) im Hunger- oder Bummelstreik, sie fordern für ihre Arbeit im Gefängnis unter anderem das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung, den Mindestlohn und die Einzahlung in die Rentenversicherung. Diesen Forderungen schließen sich über 140 Unterzeichner*innen einer Unterstützungserklärung an, davon 45 aus Hessen sowie Gewerkschafter/innen und Akademiker/innen aus Indien, Südafrika und Brasilien. Weiterlesen

Vom Subjekt zurück zum Objekt?

Ob in Frankreich oder unter linken Aktivist_innen in Indien: Die Welt ist begeistert von Deutschland. Die Selbstprofilierung als „Willkommensweltmeister“ und „Flüchtlingshelfer_in“ hat vor allem einen Effekt: Sie übertönt die Gesetzesverschärfungen und die Repressionspolitik gegen Migrierende sowie die Hasstiraden und gewaltsamen Übergriffe „besorgter Bürger_innen“. Regierungspolitik und Rechte haben den öffentlichen Migrations- und Asyldiskurs nach rechts verschoben und dabei alles zertrampelt, was Geflüchteten- und Migrationsproteste in den letzten Jahren aufgebaut, umformuliert, neu gesetzt, erkämpft haben. Weiterlesen

A Revival of Explicit Population Policy in Development Cooperation: The German Government, Bayer, and the Gates Foundation

In this article, Susanne Schultz and Daniel Bendix trace the efforts by the German government, the pharmaceutical company Bayer, the population lobby, and the Gates Foundation to promote the hormonal contraceptive implant Jadelle. The authors conclude with a call for activists to fight for contraceptive safety, in the spirit of earlier challenges to implants, like Norplant.

Beyond #refugeeswelcome: The Spectre of Racist Violence and Lessons from Refugee Resistance in Germany

This text by Joshua Kwesi Aikins and Daniel Bendix reframes the current debate about refugees in Germany by contrasting Germany’s recent history of racist violence and limitations of asylum laws with the resistance and agency of refugee movements across Germany. Both provide an important lens to re-examine the simultaneous heralding of „welcome culture“, a sharp rise in arson attacks on asylum centres and the current legislative roll-back of refugee rights in Germany. In bringing these perspectives together the text offers a corrective of both the current image of Germany as a welcoming champion of refugee rights and the problematic notion of refugees as objects of German policies and civil society „help“ rather than subjects with a long history of resistance in Germany. Mehr lesen

Entferntes Kopfzerbrechen über Willkommensweltmeister und andere Verwirrungen

Chandra-Milena Danielzik argumentiert, dass die derzeitigen Mainstream-Diskurs in der BRD aka die Selbstprofilierung als ‚Flüchtlingshelfer‘ und als ‚Willkommenskultursieger‘ die Legitimation repressiver Asyl- und Migrationspolitik (mit-)ermöglicht. Sie fragt darüber hinaus nach Versäumnissen der deutschen, Weißen Linken in den letzten Jahren und inwiefern heutige Reaktionen (in)adequat sind.  Weiterlesen

Zum internationalen Tag für Reparationen

Der 12. Oktober hat viele Bedeutungen: Columbus Day, Día de la Raza, Tag des indigenen Widerstands oder auch internationaler Tag für Reparationen. Dazu wollen wir in Kurzmeldungsformat auf ein paar Ereignisse hinweisen:

In Berlin hielten die über den Genozid an Herereo und Nama diskutierenden Bundestagsausschüsse einer Gruppe von Genozidforscher*innen der Herero Community aus den USA ebenso ihre Türen verschlossen wie die Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte (BGAEU). Die Pressemitteilung des Kampagnenbündnisses Völkermord verjährt nicht findet sich hier.

In Caracas/Venezuela wurde die Statue von Christoph Kolumbus mit einer antikolonialen Statue ersetzt und in den USA wird weiter an Transforming Columbus Day gearbeitet. Einen aktuellen Beitrag gibt es bei Latino Rebels.

In Berlin ist der Blog „Rassismus_Verlernen: Kämpfe um Reparationen für Kolonialismus und Versklavungshandel“ mit ersten Beiträgen online gegangen. Aktuelle Beiträge von ColonialismReparation finden sind hier.