Archiv der Kategorie: Unkategorisiert

UNITED NEIGHBOURS // Bleiberecht und Wohnraum für Alle!

Diesen Samstag, 27.09.2014, findet um 15 Uhr mit Start am Spreewaldplatz/Ohlauerstraße eine Demonstration statt, um die Forderungen der protestierenden Geflüchteten in Berlin und der Proteste gegen Mietsteigerungen und Zwangsräumungen zusammenzuführen. Mehr Informationen findet ihr beim Bündnis Zwangsräumung Verhindern oder auf f-book. In der Zeitschrift analyse & kritik ist zum Hintergrund der Demonstration auch ein frei zugänglicher Artikel erschienen.

Filmtipp: Concerning Violence

Gestern startete die Deutschland Tour des Filmes „Concerning Violence – Nine Scenes from the Anti-Imperialistic Self Defense“ von Göran Hugo Olsson. Der Film ist eine visuelle Untermalung von Frantz Fanons anti-kolonialem Manifest „Die Verdammten dieser Erde“ von 1961. Historisches Filmmaterial ist mit von Lauryn Hill gesprochenen Textausschnitten von Fanon kombiniert und durch ein Vorwort von Gayatri C. Spivak eingebettet.

Der Film ist vom BMZ mit dem Filmpreis „cinema fairbindet“ ausgezeichnet worden. Auf der Seite des Ministerium heißt es dazu: „Mit dem Preis wür­digt das BMZ Fil­me, die auf her­aus­ra­gen­de Wei­se zum ak­tu­el­len Dia­log über be­son­de­re As­pek­te des Nord-Süd-Ver­hält­nis­ses ein­la­den.“ Damit unterstreicht das BMZ die Bedeutung von Kolonialismus, Rassismus- und Kapitalismuskritik für aktuelle Debatten um Entwicklungszusammenarbeit.

Eine Liste mit allen Aufführungen in Deutschland findet sich hier.

 

 

Flüchtlingspolitik in Deutschland: „Erst Austricksen, dann Aushungern“

Seit mittlerweile 11 Tagen hungert und dürstet der Berliner Senat mithilfe eines Großaufgebots der Polizei Flüchtlingsaktivisten auf dem Dach eines Wohnheims für Geflüchtete in der Gürtelstrasse aus. Ärzt_innen, die vor den schwerwiegenden Folgen von Dehydration warnen und Wasser bringen wollen, werden nicht durchgelassen. Presse darf nicht zu den Protestierenden. Die wenigen Menschen, die sich solidarisieren, werden schikaniert und deren Protest gegen das unmenschliche Vorgehen von Politik und Polizei verunmöglicht. Hier geht es zum Blog und Twitter, wo ihr Informationen inklusive Presseschau und Möglichkeiten der Unterstützung findet.

 

Arbeitskampf im Bildungsbereich: aktuelle & vergangene Ereignisse

Nach der [edmc id=1727]Kündigung von insgesamt 17 Seminarleiter_innen in der gewerkschaftsnahen Jugendbildungsstätte Konradshöhe[/edmc] setzen sich die Gekündigten zur Wehr. Wir möchten den [edmc id=1721]Solidaritätsaufruf[/edmc] sowie die Onlinepetiton der (ehemaligen) Seminarleiter_innen zum Anlass nehmen, an andere ähnliche Arbeitskämpfe zu erinnern, die oftmals nur auf Mailinglisten ihren Raum finden und somit eine sehr begrenzte Öffentlichkeit erreichen.

Zum einen eine im Januar 2011 von autsch3000 versendete [edmc id=1725]mail[/edmc], die sich auf eine [edmc id=1733]Stellenausschreibung von ASA[/edmc] bezogen hatte und in der dazu aufgefordert wurde explizite [edmc id=1732]Absagen[/edmc] an ASA zu schicken. Des weiteren eine im Januar 2012 versendete mail von [edmc id=1723]abersonstgehtsnoch[/edmc], die sich auf eine [edmc id=1726]Stellenausschreibung von ICJA[/edmc] bezog.

Mittlerweile regt sich insbesondere im akademischen Bereich Widerstand. Auf der Facebookseite der Initiative Akademischer Frühling werden immer mehr Beispiele rund um das Thema angemessene Arbeitsverhältnisse und existenzsichernde Löhne, vor allem in Wissenschaft und im Non-Profit-Sektor gesammelt und eine Vernetzung von Betroffenen befördert.

Die tageszeitung die taz berichtete Ende August über weitere Vorkommnisse (z. B. beim DGB Bildungswerk) und über den Widerspruch präkere Arbeitsverhältnisse anzuprangern und sich selbst davon auszunehmen. Die Wissenschaftlerin, Autorin und Trainerin Urmila Goel greift den Artikel auf und verdeutlicht, warum höhere Tagessätze von Nöten sind. Die Macht über diese zu entscheiden liegt meist aber nicht in der Hand der prekären Bildungsarbeiter_innen.

 

Offener Brief „Decolonize Orientierungsrahmen!“ veröffentlicht

Eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Kultusministerkonferenz (KMK) hat 2007 den Orientierungsrahmen für den Lernbereich globale Entwicklung veröffentlicht. Dieser hat sich in den letzten Jahren als Referenzrahmen für (außer-) schulische Aktivitäten des Globalen Lernens und der Bildung für Nachhaltige Entwicklung herauskristallisiert. In den letzten beiden Jahren wurde der Orientierungsrahmen von der Arbeitsgruppe überarbeitet und erweitert, allerdings ohne Kritiken v.a. aus postkolonialen und migrantisch-diasporischen Perspektiven aufzugreifen, die mehrfach u.a. auf gemeinsamen Podiumsteilnahmen, Anfragen, Publikationen zur macht- und rassismuskritischen Analysen zum derzeitigen Orientierungsrahmen eingebracht wurden. Nun steht seit Mitte Juli 2014 die überarbeitete Neufassung des Orientierungsrahmens zur öffentlichen Diskussion im Internet bereit.

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Im Gedenken an Aneck – Rassismus tötet!

Am 19.07. ertrank Aneck (35) im Plötzensee. Gemeinsam wollen wir um ihn trauern und unserer Erschütterung darüber Ausdruck verleihen, dass Rassismus Menschen in Deutschland zu Tode bringt. Die Polizei hat die Ermittlungen beendet, ohne wirklich der Frage nachzugehen, ob zwischen der Tatenlosigkeit des Bademeisters und dessen Aktivitäten in der Berliner Neonaziszene ein Zusammenhang besteht.

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Flüchtlingsfrauengruppe auf Tour quer durch Deutschland: Zwischenbilanz

Seit dem 14.07.2014 ist die feministische Gruppe ‚Women in Exile & Friends‘ mit dem Fluchtschiff­projekt von Heinz Ratz von Nürnberg nach Berlin unterwegs. Mit einer Reise auf Flößen machen sie auf die Situation von Flüchtlingsfrauen und Kindern auf­merksam und sprechen im Rahmen eines Begleitprogramms in Unterkünften für Asylsuchende mit den Bewohnerinnen über ihre Sorgen und Probleme. Nun ziehen sie eine erste Bilanz. Weiterlesen

Oranienplatz-Aktivist in Abschiebehaft – Flüchtlingsrat fordert Freilassung

Am 29. Juli 2014 wurde Badra Ali Diarra, ein Aktivist vom Oranienplatz, auf Betreiben der Ausländerbehörde Börde (Sachsen-Anhalt) in Abschiebehaft genommen. Er soll nach Italien abgeschoben werden. Der Mann aus Mali ist Teil des sogenannten Oranienplatz-Agreements mit dem Senat. Die vom Senat zugesagte Umverteilung nach Berlin und anschließende Einzelfallprüfung wurde ihm jedoch nicht zuteil. Auch der im Einigungspapier zugesicherte Abschiebestopp wird nicht gewährt. Weiterlesen

Prozesse gegen Rassismus im Münchner Nachtleben

In Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeirat München hat Hamado Dipama letztes Jahr am 19.04.2013 und 20.04.2013 mit sechs Freunden unterschiedlicher Herkunft sowie mit der Journalistin IsabelIe Hartmann vom Bayerischen Rundfunk eine Testaktion in 25 Münchner Nachtclubs und Diskotheken durchgeführt. Das Ergebnis war niederschmetternd. Von den insgesamt 25 besuchten Clubs und Diskotheken wurde den Aktionsteilnehmenden afrikanischer und türkischer Herkunft nur in 5 der 25 Lokalitäten der Einlass gewährt, während die Vergleichspersonen ausnahmslos in jeden Club eingelassen wurden. Nun kam das Amtsgericht München zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass eine Diskriminierung des Klägers Hamado Dipama nicht belegt ist. Zu dieser skandalösen Gerichtsentscheidung hat der Ausländerbeirat München folgende Pressemitteilung verfasst. Weiterlesen