Völkische Siedler_innen im ländlichen Raum

Die Amadeo-Antonio Stiftung hat mit ihrer aktuelle Broschüre „Völkische Siedler/innen im ländlichen Raum. Basiswissen und Handlungsstrategien“ eine wichtige Publikation zum Thema Rechtsextremismus und Ökologie veröffentlicht.

„Die vorliegenden Broschüre ist ein Handwerkszeug im Sinne des fördernden Bundesprogramms »Zusammenhalt durch Teilhabe«: Sie gibt einen Überblick über die Aktivitäten von Völkischen Siedlern, ihre Argumentationen und Erkennungsmerkmale. Durch Aufklärung über den Hintergrund von Völkischen Siedlern, die Schilderung von Beispielen und Alltagssituationen sowie Ansätze für Handlungsstrategien bietet die Broschüre Engagierten vor Ort eine Hilfestellung im Engagement gegen demokratiefeindliche Tendenzen.“

Für die weitere Auseinandersetzung können wir die beiden Bücher, „Rechte Ökologie“ von Oliver Geden (leider nur noch gebraucht erhältlich) sowie „Globalisierung aus Sicht der extremen Rechten“ von Anton Maegerle, empfehlen.

„Die (bundesdeutsche) Eine-Welt Arbeit aus einem Guss?“

Der Berliner Verband für migrantisch-diasporische Organisationen in der Einen Welt, moveglobal e.V., hat in seiner aktuellen Publikation einen Grundsatzartikel zum Verhältnis von entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen und migrantischen Organisationen veröffentlicht. In dem ausführlichen Artikel geht Lucía Muriel beispielsweise auf die Funktionalisierung von Migrant_innen und aktuelle Herausforderungen in der Zusammenarbeit ein. Dabei findet sie mutige Worte und stellt beispielweise im Kapitel „Versuch eines Paradigmenwechsels“ klare Forderungen an die entwicklungspolitische Szene:

„Wir werden die Verhältnisse einer über 500-jährigen kolonialen Realität nicht weiter dulden. Dies gilt für sämtliche aktuelle Diskurse und Praktiken, für Theorien, für Debatten und die Arbeitspraxis. Wir werden uns nicht länger von staatlichen und nichtstaatlichen Vertreter_innen, von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Akteur_innen, von etablierten oder eben erst in Erscheinung getretenen Förderer_innen unsere Perspektive auf das Feld Migration und Entwicklung diktieren lassen. Konkret bedeutet dies, dass keine der unterschiedlichen Formen alleiniger Gestaltungs-, Definitions- und Entscheidungsmacht länger zulässig sind. Vielmehr müssen sich sämtliche, auch die bisher erfolgreich ausgeschlossenen, Akteur_innen auf den Weg machen und sich auf neue Formen der Zusammenarbeit, der Verteilung von Ressourcen sowie von Gestaltungsmacht einlassen.“ (S.17)

Der Artikel wird durch einen Epilog „Wie ich zum Brückenbauer_innen-Diskurs stehe“ und ein Glossar abgerundet und im Anhang durch einen Beitrag von Andreas Rosen von der Stiftung Nord-Süd Brücken ergänzt.

Die Publikation ist bei moveglobal e.V. für 9 Euro zu bestellen.

Diskriminierungserfahrungen durch Schulbücher

Am 22. und 23. September 2014 fand der internationale Workshop Diversity Education and Textbooks: International Perspectives, organisiert vom Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim und dem Georg Eckert Leibnitz Institut für Internationale Schulbuchforschung in Braunschweig, statt. Die Wissenschaftler_innen kommen zu dem Ergebnis, dass neben differenzierter Darstellung insbesondere auch Klischees und Vorurteile in den Büchern auftauchen. Laut Viola B. Georgi, Professorin für Diversity Education an der Universität Hildesheim, können der Inhalt der Bücher trennend wirken können und und zu Diskriminierungserfahrungen beitragen. Sobald wir mehr Informationen zur Verfügung haben, werden wir sie hier online stellen.

UNITED NEIGHBOURS // Bleiberecht und Wohnraum für Alle!

Diesen Samstag, 27.09.2014, findet um 15 Uhr mit Start am Spreewaldplatz/Ohlauerstraße eine Demonstration statt, um die Forderungen der protestierenden Geflüchteten in Berlin und der Proteste gegen Mietsteigerungen und Zwangsräumungen zusammenzuführen. Mehr Informationen findet ihr beim Bündnis Zwangsräumung Verhindern oder auf f-book. In der Zeitschrift analyse & kritik ist zum Hintergrund der Demonstration auch ein frei zugänglicher Artikel erschienen.

Filmtipp: Concerning Violence

Gestern startete die Deutschland Tour des Filmes „Concerning Violence – Nine Scenes from the Anti-Imperialistic Self Defense“ von Göran Hugo Olsson. Der Film ist eine visuelle Untermalung von Frantz Fanons anti-kolonialem Manifest „Die Verdammten dieser Erde“ von 1961. Historisches Filmmaterial ist mit von Lauryn Hill gesprochenen Textausschnitten von Fanon kombiniert und durch ein Vorwort von Gayatri C. Spivak eingebettet.

Der Film ist vom BMZ mit dem Filmpreis „cinema fairbindet“ ausgezeichnet worden. Auf der Seite des Ministerium heißt es dazu: „Mit dem Preis wür­digt das BMZ Fil­me, die auf her­aus­ra­gen­de Wei­se zum ak­tu­el­len Dia­log über be­son­de­re As­pek­te des Nord-Süd-Ver­hält­nis­ses ein­la­den.“ Damit unterstreicht das BMZ die Bedeutung von Kolonialismus, Rassismus- und Kapitalismuskritik für aktuelle Debatten um Entwicklungszusammenarbeit.

Eine Liste mit allen Aufführungen in Deutschland findet sich hier.

 

 

Flüchtlingspolitik in Deutschland: „Erst Austricksen, dann Aushungern“

Seit mittlerweile 11 Tagen hungert und dürstet der Berliner Senat mithilfe eines Großaufgebots der Polizei Flüchtlingsaktivisten auf dem Dach eines Wohnheims für Geflüchtete in der Gürtelstrasse aus. Ärzt_innen, die vor den schwerwiegenden Folgen von Dehydration warnen und Wasser bringen wollen, werden nicht durchgelassen. Presse darf nicht zu den Protestierenden. Die wenigen Menschen, die sich solidarisieren, werden schikaniert und deren Protest gegen das unmenschliche Vorgehen von Politik und Polizei verunmöglicht. Hier geht es zum Blog und Twitter, wo ihr Informationen inklusive Presseschau und Möglichkeiten der Unterstützung findet.

 

Arbeitskampf im Bildungsbereich: aktuelle & vergangene Ereignisse

Nach der [edmc id=1727]Kündigung von insgesamt 17 Seminarleiter_innen in der gewerkschaftsnahen Jugendbildungsstätte Konradshöhe[/edmc] setzen sich die Gekündigten zur Wehr. Wir möchten den [edmc id=1721]Solidaritätsaufruf[/edmc] sowie die Onlinepetiton der (ehemaligen) Seminarleiter_innen zum Anlass nehmen, an andere ähnliche Arbeitskämpfe zu erinnern, die oftmals nur auf Mailinglisten ihren Raum finden und somit eine sehr begrenzte Öffentlichkeit erreichen.

Zum einen eine im Januar 2011 von autsch3000 versendete [edmc id=1725]mail[/edmc], die sich auf eine [edmc id=1733]Stellenausschreibung von ASA[/edmc] bezogen hatte und in der dazu aufgefordert wurde explizite [edmc id=1732]Absagen[/edmc] an ASA zu schicken. Des weiteren eine im Januar 2012 versendete mail von [edmc id=1723]abersonstgehtsnoch[/edmc], die sich auf eine [edmc id=1726]Stellenausschreibung von ICJA[/edmc] bezog.

Mittlerweile regt sich insbesondere im akademischen Bereich Widerstand. Auf der Facebookseite der Initiative Akademischer Frühling werden immer mehr Beispiele rund um das Thema angemessene Arbeitsverhältnisse und existenzsichernde Löhne, vor allem in Wissenschaft und im Non-Profit-Sektor gesammelt und eine Vernetzung von Betroffenen befördert.

Die tageszeitung die taz berichtete Ende August über weitere Vorkommnisse (z. B. beim DGB Bildungswerk) und über den Widerspruch präkere Arbeitsverhältnisse anzuprangern und sich selbst davon auszunehmen. Die Wissenschaftlerin, Autorin und Trainerin Urmila Goel greift den Artikel auf und verdeutlicht, warum höhere Tagessätze von Nöten sind. Die Macht über diese zu entscheiden liegt meist aber nicht in der Hand der prekären Bildungsarbeiter_innen.

 

Offener Brief „Decolonize Orientierungsrahmen!“ veröffentlicht

Eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Kultusministerkonferenz (KMK) hat 2007 den Orientierungsrahmen für den Lernbereich globale Entwicklung veröffentlicht. Dieser hat sich in den letzten Jahren als Referenzrahmen für (außer-) schulische Aktivitäten des Globalen Lernens und der Bildung für Nachhaltige Entwicklung herauskristallisiert. In den letzten beiden Jahren wurde der Orientierungsrahmen von der Arbeitsgruppe überarbeitet und erweitert, allerdings ohne Kritiken v.a. aus postkolonialen und migrantisch-diasporischen Perspektiven aufzugreifen, die mehrfach u.a. auf gemeinsamen Podiumsteilnahmen, Anfragen, Publikationen zur macht- und rassismuskritischen Analysen zum derzeitigen Orientierungsrahmen eingebracht wurden. Nun steht seit Mitte Juli 2014 die überarbeitete Neufassung des Orientierungsrahmens zur öffentlichen Diskussion im Internet bereit.

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Im Gedenken an Aneck – Rassismus tötet!

Am 19.07. ertrank Aneck (35) im Plötzensee. Gemeinsam wollen wir um ihn trauern und unserer Erschütterung darüber Ausdruck verleihen, dass Rassismus Menschen in Deutschland zu Tode bringt. Die Polizei hat die Ermittlungen beendet, ohne wirklich der Frage nachzugehen, ob zwischen der Tatenlosigkeit des Bademeisters und dessen Aktivitäten in der Berliner Neonaziszene ein Zusammenhang besteht.

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