For Whites Only? Rückgabe von geraubten Gebeine an Namibia hinter verschlossenen Türen

[Update zu diesem Blogeintrag unter Empfang der Gebeine boykottiert.]

Gemeinsame Pressemitteilung des internationalen NGO-Bündnisses „Völkermord verjährt nicht!“ und des Zentralrats der Afrikanischen Gemeinde in Deutschland

For Whites Only?

Deutschland schließt Nachfahren Kolonisierter und kritische Öffentlichkeit von Rückgabe weiterer geraubter Gebeine an Namibia in Berliner Charité aus. 120 NGO fordern Entschuldigung und Wiedergutmachung für kolonialen Landraub und Genozid in Namibia. Zentralrat der Afrikanischen Gemeinde in Deutschland verlangt Rückgabe aller in Afrika angeeigneten Gebeine und Kulturschätze.

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Umbenennung der M-Strasse: Berliner Kurier veröffentlicht falsche Ergebnisse

Letzte Woche haben sich in Berlin-Mitte mehrere hundert Menschen zum „8. Gedenkmarsch für die afrikanischen Opfer von Kolonialismus, Sklavenhandel und rassistischer Gewalt: Mandela- statt Mohrenstraße“ versammelt. Ein ausführlicher Bericht ist hier nachzulesen. Zwei Tage vorher gab es auf der Seite des Berliner Kuriers eine digitale Umfrage zur Umbenennung der M-Strasse, deren Ergebnisse aber extrem verzerrt dargestellt wurden, wie folgende Pressemitteilung skandalisiert:
Pressemitteilung                                                                                            21.2.2014
Der „Berliner Kurier“ veröffentlichte in seiner gestrigen Printausgabe vom Donnerstag, 20.2.2014, das Ergebnis einer Umfrage zur Umbenennung der Mohrenstraße in Mandelastraße. Es sollen lediglich 10% der Teilnehmer_innen die Umbenennung befürwortet haben. Bis zum Abend zuvor lief die Umfrage in der online-Ausgabe des Artikels. Dort beteiligten sich viele Menschen an der Umfrage. In dem Moment, wo sich eine Mehrheit für die Umbenennung abzeichnete (um ca. 22:00 Uhr 49%) wurde die Umfrage blitzschnell abgeschaltet. Ein bezeichnender Vorgang wie der BK mit unliebsamen Meinung umgeht.

Offener Brief an Heimathafen Neukölln „Wir sind keine ‚Schlitzaugen'“!

Der Verein Korientation e.V. hat gemeinsam mit einem großen Bündnis an Organisationen und Einzelpersonen einen offenen Brief an den Heimathafen Neukölln geschrieben und damit die öffentliche Auseinandersetzung über anti-asiatischen Rassismus erneut angestoßen:

„Wir haben zu unse­rem Ent­set­zen erfah­ren, dass bis zum 04. Februar 2014 über einen län­ge­ren Zeit­raum hin­weg trotz ein­ge­gan­ge­ner Beschwer­den der Hei­mat­ha­fen Neu­kölln im Rah­men sei­ner Ausstellung»I love NK« ein für asia­ti­sche Men­schen unzwei­fel­haft ver­let­zen­des Bild gezeigt hat. Auf die­sem Foto ist eine blonde weiße Frau in einem wei­ßen Heimathafen-T-Shirt mit dem Auf­druck »I love NK« in einer ost­asia­tisch anmu­ten­den Park­an­lage zu sehen. Ihr grin­sen­des Gesicht repro­du­ziert ein altes und sehr her­ab­set­zen­des ras­sis­ti­sches Ste­reo­typ, indem sie mit ihren Fin­gern ihre Augen zu »Schlit­zen« hochzieht. […]“

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Unsäglich STIHLlos: Aufruf gegen frauenverachtenden Stihl-Kalender

Der diesjährige Weltweitwissen Kongress unter dem Titel „Perspektiven wechseln – Bundesweiter Kongress für Globales Lernen und Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ fand vom 16.-18. Januar im Haus der Wirtschaft Baden-Württembergs in Stuttgart statt. Zum Entsetzen vieler Teilnehmender wurde prominent im Foyer die Fotoausstellung zum diesjährigen STIHL-Erotik-Kalender (Achtung Trigger-Warnung) ausgestellt. Der diesjährige Kalender (Auflage 900.000 Stück) des schwäbischen Motorsägenherstellers, den es seit 40 Jahren(!) mit ähnlichen diskriminierenden Bildern gibt, wird folgendermaßen beschrieben:

„Inspiriert von faszinierenden Nachtaufnahmen wilder Tiere, wird das Zusammenspiel von Weiblichkeit und Technologie in „Einmalige Begegnungen“ als nächtliches Aufeinandertreffen inszeniert: Vom Licht der Kamera ertappt bewegen sich Frauen wie scheue Tiere in der beeindruckenden Natur Südafrikas.“

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Tausende von Toten in Berlin? PM von „No Humboldt 21! Moratorium für das Humboldt-Forum im Berliner Schloss“

Die Mitgliedsorganisationen des internationalen NGO-Bündnisses „No Humboldt 21!“ fordern die Bundesregierung, den Berliner Senat und die Staatlichen Museen zu Berlin/Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SMB/SPK) nachdrücklich zu größerer Transparenz bzgl. außereuropäischer menschlicher Überreste und kultureller Objekte mit besonderer Bedeutung für die Herkunftsgesellschaften auf. Weiterlesen

(In)Security in postcolonial development education in Germany

Im letzten Jahr nahmen zwei glokal-Mitglieder an einem Roundtable zum Thema „What Do We Teach? How Do We Teach It? Critical Pedagogies and World Politics“ im Rahmen der International Studies Association Annual Convention in San Francisco, USA teil. Aus der Veranstaltung ist eine Publikationssammlung entstanden, die nun in der Zeitschrift Critical Studies on Security veröffentlicht wurde. Hier geht es zu dem Abstract unseres Artikels „(In)Security in postcolonial development education in Germany“ (er ist leider nicht frei zugänglich, sondern nur für viel, viel Geld).

Massive Polizeigewalt gegen Geflüchtete in Kreuzberg

Bei einem Polizeieinsatz in der Nacht vom 16. zum 17. Dezember 2013 kam es zu massiven Rechtsverstößen seitens der Polizei. Die öffentliche Meinung ist nach den Räumungsdrohungen durch Henkel zuletzt zu Gunsten des Protests der Geflüchteten ausgefallen. Das genau zu diesem Zeitpunkt eine so martialische Polizeiaktion gegen die von Geflüchteten bewohnten Gerhard-Hauptmann-Schule stattfindet ist wohl kein Zufall, so die Presseerklärung der Geflüchteten.

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Berliner Mohrenstraße soll in Nelson-Mandela-Straße umbenannt werden

Pressemitteilung des NGO-Bündnisses „No Humboldt 21! Moratorium für das Humboldt-Forum im Berliner Schloss“ und des Global Afrikan Congress, Berlin, 13.12.2013

Das von über 80 Nichtregierungsorganisationen unterstützte internationale Kampagnen-Bündnis „No Humboldt 21!“ und der Global Afrikan Congress lehnen den aktuellen Vorschlag der „Stiftung Zukunft Berlin“, den Platz vor dem umstrittenen Humboldt-Forum im Berliner Schloss nach Nelson Mandela zu benennen, entschieden ab. Stattdessen erneuern sie mit Nachdruck die schon 2004 erhobene Forderung zahlreicher afrikanischer Vereine Berlins, die auf den brandenburgisch-preußischen Handel mit Versklavten im späten 17. Jahrhundert zurückgehende Mohrenstraße in Nelson-Mandela-Straße umzubenennen.

„Der Versuch der am Humboldt-Forum mitwirkenden Stiftung Zukunft Berlin, das als neokolonial und eurozentrisch in die öffentliche Kritik geratene Großprojekt durch einen vorgelagerten Nelson-Mandela-Platz zu rehabilitieren, ist so durchschaubar wie unakzeptabel“, sagt Christian Kopp von Berlin Postkolonial. „Der Name des Antiapartheid-Kämpfers darf nicht als Kosmetik für die umstrittenen außereuropäischen Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz missbraucht werden, in denen sich auch Tausende von angeeigneten Kulturschätzen und menschlichen Überresten aus gewaltsam kolonisierten Gebieten befinden.“

Yonas Endrias vom Global Afrikan Congress betont: „Schon vor zehn Jahren haben alle afrikanischen Vereine Berlins gemeinsam die Umbenennung der Mohrenstraße in Nelson-Mandela-Straße gefordert. Der jetzige Name der Straße, in der versklavte Minderjährige aus Afrika lebten, die am brandenburgisch-preußischen Hof dienen mussten, basiert auf einer rassistischen Fremdbezeichnung und verletzt die Würde Schwarzer Menschen in Berlin.“

Kontakt: Yonas Endrias, Global Afrikan Congress, endriasy@aol.com, 01799404690;  Christian Kopp, Kampagne “No Humboldt 21!”, buero@berlin-postkolonial.de, 01799100976

Infos: www.no-humboldt21.de

Nicht alles, was Gold ist, glänzt! – Rusty und Golden Radiator Awards hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack

Heute, am 10. Dezember verkündet SAIH – The Norwegian Students and Academics International Assistance Fund die Gewinner zweier internationaler Preise ausgeschrieben: den Rusty Radiator Award für das am meisten Schaden anrichtende Spendenvideo sowie den Golden Radiator Award für das kreativste Spendenvideo. Viel mediale Aufmerksamkeit und mehr als zwei Millionen Klicks auf das vor einem Jahr erschienenen Satire-Video „Radi-Aid: Africa for Norway“ haben SAIH darin bestärkt, neue Aktionen zu machen. Begleitet wurden die Awards durch einen neuen Video-Clip „Let’s save Africa! – gone wrong“, in dem uns der junge Schwarze Michael gängige Muster in der Spendenwerbung aufzeigt. Er macht die westlichen Erwartungen zu seinem Beruf: „Jedes Mal, wenn diese Filmemacher zu uns nach Afrika kommen, bin ich der Erste, den sie anrufen. Ich bin unglaublich begabt. Wartet – das ist das traurige Afrika.“

Der Kurzfilm problematisiert gelungen auf satirische Weise, wie Charity-Werbeclips gedreht werden. Aus Berichten von Filmemacher_innen, die an solchen Drehs beteiligt waren wissen wir, wie Menschen regelrecht dazu trainiert werden, traurig zu schauen, Frauen ihren Schmuck für den Dreh ablegen oder Kinder ihre Schuluniformen gegen dreckige Lumpen eintauschen mussten – teilweise trotz Widerspruch und Unverständnis der Abgelichteten. Da macht es die Situation nicht besser, dass viele Hilfsorganisationen längst dazu übergegangen sind, ihre Spots und Plakate in Europa zu drehen und hier Schwarze Menschen und People of Color für ihre Zwecke zu casten.

Dank der Radiator Awards hat es die Diskussion um problematische Spendenwerbung in der Vorweihnachtszeit auch in deutsche Leitmedien geschafft. Zu „Let’s save Africa! – gone wrong“ hat beispielsweise die Süddeutsche Zeitung einen Artikel veröffentlicht. Die darin zitierte Rassismusforscherin Nadja Ofuatey-Alazard kommt im Deutschlandradio Kultur mit einem längeren Interview zu Wort und kommentiert den Clip wie folgt:

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Nazi in der Humboldt Universität entführt

Die Gruppe Wissen im Widerstand erklärt in ihrem Bekenner*innenschreiben, warum sie Adolf Butenandt entführt haben und was ihre Forderungen für eine Rückgabe sind. An der Stelle, an der das Portrait von Adolf Butenandt hing, ist nun ein Portrait der Refugee-Aktivistin Napuli Paul Langa zu sehen. Weiterlesen